Tischtennis-Profi Ni Xialian
Bälleparadies
Ni Xialian genießt gerade die beste Zeit ihres Lebens. „Ich war noch nie so glücklich und habe mich noch nie so frei gefühlt“, erzählt die Tischtennisspielerin und ihre Augen strahlen. Familiär und sportlich könnte es nicht besser laufen. Gut gelaunt sitzt sie auf einem Holzstuhl, den sie im Gang vor dem Tischtennis-Trainingshalle der Coque platziert hat. Ihre Sportklamotten hat sie schon an, nach dem Interview geht es direkt zum Training. „Sechsundfünzig“ – Ni Xialian schüttelt lachend den Kopf, als sie ihr Alter ausspricht. So als könne sie die Zahl selbst nicht glauben. „Ich bin die Ur-Ur-Oma des Tischtennis“ scherzt sie und ergänzt: „Mit 56 ist man als Profisportlerin schon viel zu alt. Mit Ende 40 ist man eigentlich schon zu alt.“ Doch Ni Xialian ist scheinbar nie zu alt. Seit Jahrzehnten gehört die beste Luxemburger Tischtennisspielerin zu den Besten der Welt. In der Weltrangliste ist sie gerade wieder ein paar Plätze nach oben geklettert, von 53 auf 49. Ihr Mann und Trainer, der Schwede Tommy Danielsson, sagt über sie: „Xialian ist ein Vorbild für viele und zeigt, dass Alter keine Rolle spielt.“ Momentan spielt die Linkshänderin für den kroatischen Erstliga-Club „Dr. Časl“ in, mit dem sie 2018 die Champions-League gewann. Dort will sie nun aber etwas kürzer treten für ihr nächstes großes Ziel: Olympia 2020 in Tokio. Vor kurzem hat die gebürtige Chinesin bei den Europaspielen in Minsk die Bronzemedaille für Luxemburg gewonnen und sich damit ihre fünften Olympischen Spiele qualifiziert. Viele internationale Medien berichteten daraufhin über die Tischtennis-Größe. Die britische Zeitung „The Guardian“ veröffentlichte online ein Video des Entscheidungsspiels, in dem Ni nach ihrem Sieg über die Monegassin Yang Xiaoxin umherspringt, Küsse ins Publikum wirft, lachend in die Knie geht und ihrem Mann um den Hals fällt. Sogar die „Washington Post“ widmete ihr einen Beitrag mit dem Titel: „55-year-old table-tennis player wins European Games Medal“. Stolz zeigt Ni Xialian die gesammelten Artikel, Videos und Fotos auf ihrem Handy. Dann sagt sie: „Nach 38 Jahren kehre ich nun zurück“. Zurück nach Tokio, in die Stadt, in der sie 1983 Weltmeisterin mit dem chinesischen Team wurde. Die Karriere der Sportlerin ist mehr als außergewöhnlich. Im aktuellen Télécran spricht sie über ihr aktuelles Glück, aber auch über die schweren Zeiten, die hinter ihr liegen.
Filmtipps des Tages
Hollywood Cops auf NITRO um 20:15
Dampfnudelblues auf 3 SAT um 20:15