Armand Quetsch
Eine fotografische Odyssee
Wer nicht aufpasst, landet mit zwei Füßen im Meer, das Lampedusa umspült. 4,5 mal sechs Meter groß ist das Foto, das mitten auf dem Boden im Ausstellungsraum des Centre national de l’audiovisuel (CNA) liegt. Die Aufnahme stammt von Armand Quetsch. Sie ist Teil seiner Serie „dystopian circles/ fragments…all along“.

Ziel solch dystopischer Geschichten ist es, mit Hilfe eines pessimistischen Zukunftsbildes auf bedenkliche Entwicklungen der Gegenwart aufmerksam machen und vor deren Folgen zu warnen. Quetsch gelingt seine Gegen-Utopie, ohne auch nur ein Wort zu verlieren. Weder Ortsangabe noch Jahreszahl stehen bei seinen Fotografien. Der Künstler dokumentiert nicht. Er spürt Orten nach, die mit europäischer Geschichte aufgeladen sind, um sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst ein Bild zu machen. Aneinandergereiht, ob in der Ausstellung oder im Fotoband, lassen diese Bilder auch im Kopf des Betrachters Bilder entstehen.

Jede Aufnahme steht für sich selbst, entwickelt aber in der Sequenz eine Dramatik, die der Geschichte nahekommt, die sich in Europa abspielt. Nirgends steht es geschrieben, aber Begriffe wie Finanzkrise, Flüchtlingsdrama, Nationalismus. Verunsicherung, Ratlosigkeit und Verzweiflung fallen einem sofort ein, wenn man auf Quetschs Schreckensbilder blickt. Einen Vorgeschmack auf die Ausstellung erhalten Sie im aktuellen Télécran.
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