Verkostet, notiert, bewertet
Wie gut ist der Bordeaux-Jahrgang 2004? Télécran testete zahlreiche Crus aus allen wichtigen Appellationen.
Zwischen November 2006 und März 2007 verkostete eine Télécran-Jury rund 160 Bordeaux-Crus aus dem Jahrgang 2004, der jetzt praktisch komplett auf dem Markt ist. Ein schwieriger Jahrgang, der in der Gironde aber viele gute Weine hervorgebracht hat, wie die Juroren herausfanden. Dieser Jahrgang ist auch noch relativ erschwinglich – vor allem im Vergleich zu den sündhaft teuren 2005ern. In den kommenden Wochen stellt Télécran die wichtigsten Resultate der insgesamt acht Blindverkostungen vor.
Alle Proben waren Blindverkostungen mit direkter Beschreibung der Eindrücke. In verschiedenen Sitzungen verkosteten Télécran-Juroren - jeweils vier bis acht Weinkritiker, Önologen, Sommeliers, Winzer und Bordeaux-Fans - die Weine in Appellationsserien. Vor dem Servieren wurden alle Weine kurz karaffiert. Aus den Notizen ergab sich eine Bewertungsskala in zehn Stufen (von Weltklasse bis sehr schlecht).
Die Jurys setzten sich (in unterschiedlicher Besetzung) zusammen aus: Claude François, Joseph Zenner, Charles Decker, Abi Duhr, Olivier Sonal, Robert Ley, David Fuerer, Romain Blaeser, André Mousset, Claude Zehren, Carlo Engeldinger, Marc Faber.
Appellation: Margaux
Hervorragend bis außerordentlich
Rauzan-Ségla
Etwas verschlossen, aber wie bei anderen großen 2004-ern kündigt sich trotzdem gleich das Riesenpotenzial an. Im Mund zunächst zurückhaltend, aber dann gewinnt die Komplexität dieses noblen Weins an Druck. Großartiges Lesegut, welch ein feiner, eleganter Wein; im langen Finale zeigen sich zuerst rot- und schwarzbeerige Aromen und Kaffee-Noten, dann entwickelt er eine große Mineralität, gepaart mit Himbeerlikör und Tabak. Klassisches Meisterwerk, das aber vom eigenen 2005-er noch übertroffen wird!
Hervorragend
Palmer
Bemerkenswert elegante Düfte, elegant und fein gegliedert (floral, fruchtig, mineralisch und würzig). Im Mund zunächst viel Cabernet-Aromatik (schwarze Johannisbeere), dann mit exotischen Ingredienzien - Zimt und Orangenblüten! Wird zunehmend komplex, großartige Balance. Hält dem Vergleich zum noch viel teureren aber großartigen Palmer 2005 zwar nicht stand, ist aber für Palmer-Fans ein Muss.
Sehr gut bis hervorragend
d’Issan
Schönes Dunkelrot, Aromen von konzentrierten schwarzen Früchten ; im Mund sehr angenehm, die Gerbstoffe sind fett und verbinden sich wunderbar mit den Barrique-Noten; sehr viel Frucht in diesem geschmeidigen, wunderbaren Margaux, der endgültig zu den Besten gehört.
Sehr gut
Boyd-Cantenac
Sehr fruchtige Aromen, Zwetschgen und Granatapfel, Himbeere. Gleicher Eindruck im Mund, mit Aromen von frisch gemahlenem Kaffee und Blaubeere – der Boyd-Cantenac gefällt immer mehr! Ein guter Kauf!
Prieuré-Lichine
Röstnoten, fruchtig und floral; gleitet wunderbar mit reifer, glyzerinreicher Frucht, die Tannine sind geschliffen und laden ein, den Wein immer und immer wieder zu kauen. Fruchtig und lang, im Finale aber etwas burschikos.
Giscours
Floral (Veilchen, Rose) und demnach sehr typisch; im Mund dominieren der Alkohol und die kompakten Tannine, auch starke Barrique-Aromen. Aber es entwickelt sich auch viel Frucht in diesem modern gekelterten Wein, der sich noch nicht gefunden hat. Potenzial.
Lascombes
Holzbetont, aber viel Frucht-Charme. Im Mund sehr füllig, sanft gleitend; mineralisch und würzig, vor allem aber konzentriert fruchtig und mit sehr viel Spiel und tollen Nuancen. Im Finale etwas säurebetont, aber dies wird sich noch alles harmonisieren. Der Lascombes ist gelungen!
Gut bis sehr gut
Rauzan-Gassies
Rote Früchte, Kirschen, viel Würze und auch Kaffeenoten; glatter Einstieg mit gut eingebundenen Tanninen, immer rotfruchtig, ein dezenter Wein, gut für die Gastronomie geeignet.
Cantenac-Brown
Sehr parfümiert, Holunder, Pflaume, Kaffee, etwas animalisch. Attacke mit guter Säure und viel Kraft, gut vinifiziert und mit schöner Fruchtreserve. Valeur sûre.
Pouget
Röstaromen, zuviel Barrique? Holunder und Mokka in einer schönen Attacke, angenehm und mit viel Frucht. Reife Gerbstoffe und recht viel Schmelz, vielschichtig. Guter Margaux.
Labégorce-Zédé
Konzentrierter als der Labégorce, mit Würze und schwarzen Beeren, mit Sandelholz- und Pinienaromen. Die Tannine sind recht üppig, wirken aber reif und erinnern irgendwie nach Melasse. Kräftig, muss noch ein paar Jahre ruhen.
Kirwan
Lakritz-betont, Merlot-Aromen mit Kaffee-Touch. Auch hier fällt die gute Säure auf, die sich auch hier mit der Frucht und den Tanninen gut vermischt. Im Finale etwas grünlich, die Lakritze und das Holz dominieren.
Brane-Cantenac
Exotische Aromen, sogar nach Kokosnuss! Sehr offen, gute Frucht aber sehr viel Säure. Schmeckt nach Kirschen, wirkt wie ein Burgunder. Aber der Brane-Cantenac hat nun mal seine Launen und entwickelt sich oft sehr gut.
Malescot Saint-Exupéry
Gut integrierte Barrique in einem fruchtigen Wein mit blumigen (Veilchen) und würzigen Aromen (Lorbeer). Die Gerbstoffe sind geschliffen, viel Schwarzbeeraromatik vermischt sich mit einer guten Mineralität. Wird ein guter Wein!
Gut
Alter Ego
Der Zweitwein (oder besser: andere Wein) von Château Palmer besticht durch seine komplexen Aromen nach Veilchen, roten Früchten, Preiselbeeren, wirkt im Mund aber noch etwas disharmonisch. Dieser Wein braucht Zeit, wird aber nie perfekt sein.
Du Tertre
Mineralische Aromen; rote und schwarze Früchte vermischen sich mit den Kaffee- und Kakaonoten des Merlot. Wie bei vielen Margaux deutliche Säure, aber Potenzial.
Zufriedenstellend bis gut
Labégorce
Tabak und Blaubeere, blumig, aber die Attacke wirkt etwas zu säurebetont und leicht aufgelöst. Dann aber gewinnt der Wein an Fruchtaromatik – es dominieren rote Früchte. Etwas leicht.
Dauzac
Die Aromen scheinen noch von der malolaktischen Gärung geprägt zu sein, jedenfalls sind die fruchtaromen noch sehr verhalten. Noch wenig harmonisch, aber das schöne Finale lässt auf einen guten Margaux hoffen.
Zufriedenstellend
Marquis de Terme
Komplexe Margaux-Aromen, schwarz- und rotbeerig, auch floral (Veilchen) und demnach typisch. Im Mund weniger begeisternd wegen flüchtiger Säure: da fehlte es an Reife.
Fehlerhaft
Desmirail
Etwas grünliche Aromen, «cuir mouillé». Es fehlt an Reife und Klasse, enttäuschend.
Sauternes / Barsac
Außerordentlich bis Weltspitze
Climens
Ja, so soll ein Sauternes aus Barsac riechen und schmecken. Die Farbe ist wie immer diskret, aber aus dem Glas springen Düfte von Aprikose, Pfirsich, reifem Grapefruit und Ananas, um nur diese Eindrücke zu nennen. Wunderbare Harmonie, im Mund gleitet dieser samtige Nektar wie Sémillon-Öl, nichts dominiert und alles harmoniert. „Genial!, ruft ein Juror. Ein nahezu perfekter Likörwein!
Hervorragend
Lafaurie-Peyraguey
Wie so oft sehr würzig, konzentrierte Fruchtaromen (Orange, Koum Kouat, reife Ananas, auch Feigen und Aprikosen), mit gut eingebundener Barrique. Nobles Terroir, die frische Mineralität des Jahrgangs steht ihm gut, er wirkt nicht zu massiv aber dennoch beeindruckend dicht. Großer Lafaurie.
Sehr gut bis hervorragend
Guiraud
Viel Vanille, Butter und Kokosnuss; schmeckt nach Feigen, Datteln und ist durchgehend «nussig» und sehr dicht, konzentriert - da war sehr viel Botrytis im Spiel. Im Finale fruchtig, man sucht nicht mehr nach Obstnoten, sondern denkt einfach nur an superreife Trauben. Toll.
Sehr gut
Coutet
Quitten, Pflaumen, Vanille und Honig: kein allzu massiver Barsac, aber konzentriert und mit schöner Balance, unter dem Strich sehr gastronomisch.
de Malle
Dieser Sauternes dekliniert sich über Orange-Zitrusfrüchte (Koum Kouat, auch Grapefruit) und Mandelaromen. Im Mund komplex, sehr ansprechend, wieder mit Orangen- und Mandarinen, und bleibt frisch und mineralisch. Man könnte ihn fast für einen Barsac halten.
La Tour Blanche
Sehr eleganter Eindruck, Ananas, Birnen, Aprikose, der Sauvignon scheint eine wichtige Rolle zu spielen. Kein Likör-Hammer, sondern ein filigraner, sehr reifer und angenehm mineralischer Sauternes mit leicht floralen Aromen und Lychee-Touch, wunderbares Gleichgewicht.
Suduiraut
Gibt sich noch etwas verschlossen. Quitten, Mirabelle, gelbe Früchte dominieren. Korpulent, mit wunderbar integriertem Holz und feiner Säure, man vernimmt florale Aromen, ein Juror entdeckt Lindenblüten! Der Suduiraut ist immer etwas anders, aber wieder sehr gut.
Gut bis sehr gut
De Rayne-Vigneau
Mirabellen, Sternanis (badiane), Grapefruit und Orange – ein komplexer Sauternes mit vielen Nuancen. Nach und nach entdeckt man Ananas, Kokosnuss, frische Nüsse, ja Lilien! Kein Blockbuster, aber recht angenehm.
Lamothe-Guignard
Honignoten vermischen sich mit Zitronenaromen, man vernimmt auch wieder Grapefruit und etwas Karamell. Recht korpulent trotz seiner Mineralität, gutes frisches Finale.
Gut
Castelnau de Suduiraut
Ein fruchtiger Wein, nicht ebsonders komplex, aber mit vielen Aromen-Variationen : Melone, Pfirsich, Sternfrucht (carambole), Zwetschge und Feigen. Im Finale Vanille. Gut gemachter Zweitwein.
Caillou
Aromen nach Ananas, Mandarine und auch Trüffel; elegant in der Attacke, konzentriert und insgesamt gute Harmonie; im Finale ist dieser Barsac etwas stark alkoholbetont.
Zufriedenstellend
Clos Haut-Peyraguey
Viel Ananas, Quitten und auch Aprikosen; im Mund alkoholbetont, mit Rum-Noten, auch Feigen und Mandarine, aber mit bitteren Noten im Finale. Es fehlt an Säure, er wirkt disharmonisch.
Doisy-Védrines
Koum Kouat, Mandeln. Leichte Aromen von noch nicht eingebundenem Schwefel, dieser Barsac wirkt insgesamt nicht sehr fein, weil etwas bitter. Im Finale Pflaumen und Ginger-Noten.
Saint-Julien
Hervorragend bis außerordentlich
Léoville-Poyferré
Viel Schmelz, ein ungemein harmonischer Wein mit echter Terroir-Klasse - das ist ein großer Bordeaux! Sehr reif, würzig, fast zähflüssig weil stark konzentriert, aber durchgehend fruchtig. Wunderbar ausgewogene Tannine, Geschmack nach Pflaumen und Trüffeln. Und im Finale gibt’s ein Blaubeer-Festival. Unbedingt kaufen, weil jeden Euro wert!
Léoville-Barton
Ein echter Aristokrat: sehr elegant, mit fein geschliffenen, wuchtigen Fruchtaromen (Schwarz- und Blaubeere), stilvoll und komplex. Im Mund noch etwas verschlossen, was aber völlig normal ist bei einem Barton, aber welch ein Terroir-Wein! Köstliches Finale, riesiges Potenzial. Ganz anders als der Poyferré, aber in der gleichen Liga.
Sehr gut bis hervorragend
Saint-Pierre
Leder- und Tabakaromen, sehr reife Frucht mit toller Konzentration. Frisch, fruchtig und Terroir-betont. Geschliffene Tannine aber mit Druck, gute Harmonie. Kompakt und viel Stil, wird nicht nur treuen Saint-Pierre-Fans gefallen. Kann problemlos mindestens zehn Jahre altern.
Langoa-Barton
Aromen nach Baumharz, viel Schwarzbeere. Würzig, tolles Gleichgewicht, viel Schmelz, seidig, dieser Wein schmilzt förmlich im Mund. Große Klasse,.toller Terroir-Wein von den Weinmachern von Léoville-Barton. Gewinnt immer mehr an Stil und Eleganz.
Sehr gut
Lagrange
Erdige Noten, Zedernholz, scheint ein wenig unreif. Im Mund aber konzentriert und durchaus komplex, viel Cabernet-Saft, im Finale sogar etwas pomadig. Hält stand.
Beychevelle
Relativ holzbetont, Fenchel-Aromen, auch schwarze Beeren und Leder. Guter Fluss, der Wein entwickelt sich harmonisch, sehr gute Vinifikation. Im Finale etwas „sous-bois", die Tannine werden härter.
Gruaud-Larose
Veilchen-Aromen, schwarze Beeren, Tabak: In diesem Wein steckt Rasse, er tapeziert den Mund förmlich mit köstlichem Saft. Dann gewinnt das Barrique die Oberhand, der Wein verschließt sich. Aber großes Potenzial.
Zufriedenstellend bis gut
Talbot
Grünliche Aromen, nicht sehr fein, erdig. Könnte an Statur gewinnen, aber bei der Verkostung zeigte er sich verschlossen und nicht besonders fein. Abwarten.
Saint-Estèphe
Hervorragend
Cos d’Estournel
Verschlossener als andere Saint-Estèphes, aber die Eleganz und Noblesse macht sich schon bemerkbar. Samtig-seidig und muskulös, ein Kraftpaket in Kaschmir, noch sehr jung aber man hat schon Lust ihn zu trinken. Hält mindestens 20 Jahre lang stand.
Sehr gut bis hervorragend
Lafon-Rochet
Röstaromen, Kaffee, aber auch Johannisbeere. Herrliche Attacke, massiv und doch so elegant, sehr reif, großartige Harmonie. Wirkt burgundisch, wie ein großer Pommard. Nobel, die Jury ist sehr angetan.
Cos Labory
Schwarze Schokolade, Lakritze, Eukalyptus; noch verschlossen aber viel versprechend. Reifes Lesegut, perfekte Säure und konzentrierte, hochreife Frucht, Terroir-betont. Herrliche Materie, tolles Gleichgewicht, ein großer Bordeaux.
Sehr gut
Ormes-de-Pez
Interessante Aromen, etwas wild aber viel Frucht, konzentriert. Würzig, Zimt und Vanille, leicht harzig und viel schwarze Frucht, floral, Veilchendüfte. Passt wunderbar zu Fasan oder Wachteln. Ist dies der Pomerol aus Saint-Estèphe?
Phélan-Ségur
Auch würzige Aromen, Sandelholz, Thymian, aber auch schwarze Frucht, Mokka und Kakao - der Merlot drückt durch. Guter Schmelz, aber die Tannine sind noch sehr präsent. Toll vinifiziert. Ist dies der Saint-Emilion aus Saint-Estèphe? Wird in fünf Jahren super sein.
Gut
Beau-Site
Verschlossen, Schwarzbeere und Olive, Rosmarin-Würze. Sehr gute Struktur, Tabaknoten und viel Schmelz, harmonisch und reif; guter Wein, kein Hammer aber sehr gut gemacht.
Zufriedenstellend bis gut
Château de Pez
Fruchtig, verspielt, rote Beeren, aber etwas unfeine Aromen. Im Mund gute Harmonie, satte Frucht und leicht würzig; insgesamt recht leicht.
Pauillac
Hervorragend bis außerordentlich
Lynch-Bages
Feine Aromen, dezent würzig und mit reifer Frucht. Geschmeidig-opulent, komplex und elegant - das ist große Kunst! Aromen nach Schwarzbeeren und getrockneten Kirschen vermischen sich. Ein ganz feiner Rebensaft ohne Bitternoten aber mit sehr viel Gerbstoff. Man muss sich vor solch einem körperreichen Wein verbeugen, er macht Spaß, hat Persönlichkeit. Große Kunst - ein Ferrari!
Hervorragend
Pontet-Canet
Aromen nach Mandeln («frangipane»), roten Früchten und sehr reifen Blaubeeren. Dieser Nektar füllt den Mund, man kaut ihn minutenlang, das ist groß, massiv und konzentriert. Toll gekeltert - „un vin Rolls-Royce", unterstreicht ein Juror.
Pichon-Longueville Baron
Explosive Schwarzbeerfrucht, reife Dufte nach Johannisbeere und Tabak. Im Mund geschmeidig, komplex mit idealer Balance – ein besonders schmackhafter und druckvoller Pauillac. Bereits eine Sünde wert, aber erst in zehn Jahren bei voller Reife. Eine Referenz, auch 2004.
Sehr gut
Haut-Bages Libéral
Schwarzbeere, aber noch etwas verschlossen. Fruchtiger Einstieg, gutes Säurespiel bei reifem Cabernet-Extrakt; ein Charakterwein mit den typischen Pauillac-Tabakaromen.
Pibran
Karamell-, Leder- und Tabakaromen, Schwarzbeere. Ein sehr angenehmer Wein, macht Spaß wegen seiner Harmonie zwischen konzentrierter Frucht und den reifen Gerbstoffen. Wirkt insgesamt recht massiv, mineralisch, im Finale cremig. Guter Kauf!
Pedesclaux
Merlot-betonte Aromen: Kakao, Milchkaffee; macht sofort Spaß, der Wein gleitet wunderbar in den Mund und bleibt durchgehend fruchtig, am Ende sogar mit Rum- und Pflaumenaromen - „Schwarzwälder Kirsch!", meint ein Juror. Ist aber ein Pauillac, und ein besonders guter.
Gut… bis hervorragend
Pichon-Longueville Comtesse de Lalande
Eigenartige Aromen nach Nelken, aber auch nach Himbeere! Wirkt extrem verschlossen und konzentriert, die Materie ist da und in der Blindverkostung merkt man, dass man es mit einem großen Terroir zu tun hat. Derzeit spaltet er die Gemüter.
Gut
Grand-Puy-Ducasse
Verschlossen, aber mit Aromen nach roten Johannisbeeren und Granatapfel. Im Mund frisch und schmackhaft, bleibt seiner Appellation treu und verteidigt sich recht gut. In 3-5 Jahren ein guter, wenngleich wenig komplexer Pauillac.
Batailley
Der Wein wirkt verschlossen und öffnet sich auch kaum nach etwas Oxydation. Im Mund würzig (Muskat), aber mit etwas trockenen Gerbstoffen. Das Potenzial ist da, der Wein zeigt sich aber noch nicht. Im Jahrgang 2005 ein ganz toller Pauillac.
Zufriedenstellend bis gut
Pauillac des Tourelles de Longueville
Anis- und Fenchel Aromen, leicht grünliche Noten. Cabernet-betont, viel Säure. Passt gut als Roter zu mineralischen Gerichten wie Hähnchen mit Garnelen.
Croizet-Bages
Eine einfachere Pauillac-Variante, eher rotbeerig, relativ schnell konsumierbar. Im Mund eher Kirsche-betont, mit Ledernoten. Unkompliziert, seiner Linie treu.
Saint-Emilion Premier Grand Cru Classé
Außerordentlich
Pavie
Extrem konzentrierte Aromen nach Schwarzbeerfrucht, Trüffel, Kakao und Pflaumen, auch Veilchen. Beeindruckende Fülle und Konzentration, ein moderner Wein „à la Perse“, aber das grandiose Terroir der Côte Pavie wird durch die Vinifikation nicht verraten, eher sublimiert. Sehr teuer.
Hervorragend bis außerordentlich
Bélair
Noch diskrete Aromen, aber Terroir-Note. Im Mund grazil, elegant, noch verschlossen aber auch mit diesem unverkennbaren Touch eines großen Terroirs. Wirkt ähnlich gelagert wie Canon sowie Haut-Bailly in Pessac-Léognan und Rauzan-Ségla in Margaux. Also filigran, unverfälscht, klassisch und pur. Ein Saint-Emilion für Kenner!
Canon
Noch sehr verschlossen, aber nobel, großes Terroir. Herrlicher Einstieg, elegant, wunderbares Lesegut mit idealer Fruchtkonzentration, geschmeidig aber noch reserviert - der Wein ist jung, wirkt aber bereits aristokratisch. Das wird ein ganz Großer!
Trottevieille
Wirkt bereits harmonisch, Frucht und viel Würze; im Mund explosive, frische Frucht, ausgewogen und mit einer Tendenz zu roten Früchten, wirkt fast burgundisch. Im Finale würzig, auch etwas Tabak; passt wunderbar zu Wild.
Pavie-Maquin
Exotische Düfte, Jasmin, Kümmel, Fichte, auch Garrigue. Tolle Konzentration, ein Hammer-Wein mit Frucht und Saft. Komplett und fett, mit herrlichem Stoff und großer Länge. Passt bestimmt gut zu indischer Küche, ein «erotischer Wein», notiert ein Juror.
Saint-Emilion Grand Cru Classé & Grand Cru
Hervorragend
Clos Saint-Martin
Zunächst etwas «animalische» Düfte, dann aber unglaublich konzentriert und nobel. Viele Röst-Noten, Kaffee und viel Schwarzbeere. Viel Lakritz, aber die sensationelle Frucht setzt sich durch. Viel Kraft und auch Eleganz, ein Power-Wein, der etwa 2012 ganz groß sein wird.
Canon-la-Gaffelière
Zwei Stunden karaffiert! Druckvolle Aromen nach Pflaume und Kirschwasser. Auch im Mund „pflaumig“, tolle Süße und Frucht, den Mund völlig einnehmend. Sehr tanninreich und holzbetont, aber trotzdem schon angenehm wegen dieser unglaublichen rot- und schwarzbeerigen Fruchtkonzentration. Das Finale wirkt hart, aber diesen Wein sollte man ja auch erst in zehn Jahren trinken. Ganz groß!
Les Grandes Murailles
Sehr reifer Merlot, mit Schmelz, Kaffeenoten und viel Frucht; Tolles Terroir. Da passt alles, die Elemente sind gut integriert, ein klassischer und charaktervoller, lagentypischer Wein. Im Abgang mit Trüffelaromen. Kein Blender, sondern ein toller Saint-Emilion.
Monbousquet
Sehr Cabernet-betont, Johannisbeere und schwarze Kirsche; ungemein reif, ein geschliffener Wein mit Tabaknoten und einem selten konzentrierten Fruchtschmelz. „Une friandise“. Ein Beispiel, wie „moderne“ Weine in Saint-Emilion gelingen können.
Pavie-Decesse
Edle Barrique-Aromen, Röst-Noten; ein Fruchtkonzentrat mit unglaublich viel Druck, aber auch sehr gerbstoffreich, aber ohne Bitternoten. Moderner Wein, ganz im Stile von Gérard Perse – die Neue und die Alte Welt begegnen sich in dieser Flasche.
Sehr gut bis hervorragend
Clos de l’Oratoire
Sehr reif, sehr fruchtig, viel Schmelz und mit perfektem Holz; große Klasse in der Attacke, immer wieder neue Geschmacksimpressionen – das war reifes Lesegut! Im Finale Kaffeenoten, „Capuccino“, meint ein Juror. Tolle Vinifikation.
Grand-Mayne
Terroir-Aromen, viel Würze – Ginger! Pflaumenaromen, gleitet wunderbar, sehr harmonisch und elegant, mineralisch und fruchtig. Ein toller Wein mit langem Finale. Nobel und groß.
Sehr gut
La Clotte
Konzentriert, sehr fruchtig, gute Tannine mit viel Schmelz und Geschmack, «un vin plein de saveur, bien fondu». Rote und schwarze Früchte wechseln sich ab, exzellent gekelterter Wein , mit nobler Struktur. Nicht verpassen.
Clos Saint-Julien (GC)
Das ist eine der größten Überraschungen der gesamten Saint-Emilion Verkostung: Vom ersten Eindruck bis zum langen Finale ein stilvoller, runder und körperreicher Wein mit idealer Fruchtreife und einem herrlichen Schmelz. Nobel, man hat Lust, ihn zu kauen! Sehr viel Saft und Kraft, großes Potenzial. Kaufen!
Gut bis sehr gut
La Couspaude
Mandel-Aromen, gut eingebundenes Holz. Süßholz, Lakritz, gegrilltes Brot, ein sanfter Wein mit eher modernem Charakter. Harte Tannine im Abgang, aber mit guter Säure und konzentrierter Frucht. Wird sich gut entwickeln, ein sicherer Kauf.
Bellisle-Mondotte
Geschlossen, wirkt aber nobel. Gute kernige Tannine, etwas leichte Frucht in der Mitte, dann aber wieder gute Fülle und samtig. Ein ehrlicher Wein, nicht hochkomplex, aber richtig gut.
Fombrauge (GC)
Moderner Wein, ganz im Stile der Weine von Bernard Magrez (Pape-Clément). Die Barrique dominiert, wirkt aber fein. Viel Fett und Frucht, aber auch im Mund drückt das Holz durch. Dann aber öffnet sich der Wein und wirkt geschmeidig, schmeckt nach roten Beeren. Kein ganz großer Fombrauge, aber ein sehr guter. Reife in fünf Jahren.
Tertre Daugay (GC)
Tolle Aromen, fast wie ein Pauillac mit diesen Tabak- und Ledernoten. Viel Schmelz, ein Spiel zwischen schwarzen und roten Früchten, samtig. Sehr schöner Wein, der im Jahrgang 2005 diese Form bestätigt.
La Serre
Gute Säure, frisch, fruchtig und kirschenbetont. Gut gekeltert, schöne Harmonie und macht durchgehend Spaß. Gleichgewicht zwischen roten und schwarzen Beeren; Lakritz, ja Lebkuchen-Aromen. Geschliffene Tannine.
Balestard-La-Tonnelle
Schwarzbeere, Pflaume, viel Würze, Garrigue-Bouquet. Viel Glyzerin, schmeckt auf Anhieb gut und besitzt eine gute Säure. Gut gemacht, in ein paar Jahren genussreif.
Gut
Laroque
Vanille, Zimt, weißer Pfeffer; das Holz ist gut eingebunden und verbindet sich harmonisch mit der tollen Frucht, sehr reif und angenehm, sogar komplex. Im Abgang viel Schwarzbeere; ein guter Kauf.
Grand Corbin Despagne
Kirschenbetont, leichte Schwarzbeere. Etwas verschlossen, dann aber würzig und mit Pfeffernoten. Wirkt massiv, hat aber Potenzial. Traditioneller Wein für Leute mit Geduld.
Bellevue (GC)
Feiner Milchkaffeeduft, auch Holunder; sehr reifes Lesegut, geschliffene Tannine, ein den Mund füllender Wein, im Finale kräftig und mit guter Süße und Säure. Gastronomisch, passt zu einer „gebratenen Ente mit Kirschen und Feigen“, wie Sommelier Olivier Sonal vorschlägt.
Franc-Mayne
Braucht Luft, entwickelt dann aber schöne Fruchtaromen, viel Kirsche und Blaubeere. Zimt, Vanille, recht fein und mit luxuriösem Touch. Der Cru ist auf dem richtigen Weg. Viel Potenzial.
Bergat
Recht geschmeidig, schöne schmelzige Frucht, Veilchenduft; geschliffene Tannine, Länge und Reife. Gut gemachter Wein, hält zehn Jahre.
Saint-Georges
Aromen nach roten Früchten, interessant, im Mund eine angenehme Frische mit viel reifer Frucht. Die Tannine sind etwas hart, aber das Terroir ist gut. Ähnelt einem Pomerol.
Fonplégade
Nelken, Würze, Zimt. Pomerol-Stil, Veilchen, viel Merlot. Die Tannine sind geschliffen, der Wein macht einen guten Eindruck. Kraftvoll.
Berliquet
Etwas zurückhaltende Aromen, Schwarzbeere, Kakao, guter reifer Merlot. Im Mund etwas wässrig aber gut, dann komplexer und viel Kraft, Kaffeenoten. Guter Abgang, kaum Holztöne. Wird sich rasch entwickeln.
Larcis-Ducasse
Ein eigenartiger Wein, reife, fast überreife Frucht, Konfitüre, Trüffel. Insgesamt mit süßlichem Touch, konzentriert aber als Saint-Emilion kaum erkennbar. Die Noblesse scheint im Abgang aber durch.
Ripeau
Alkoholbetont, aber gute Attacke mit viel Kraft. Dann dominiert das Holz mit seinen Teernoten. Dieser Power-Wein kriegt dann aber die Kurve und gefällt mit seinem Schmelz und seinen Milchkaffeenoten; er wird fett, mineralisch, komplex.
Laniote
Fruchtig, viel Kirsche, komplex mit Rum-Aromen; gleitet mit Wucht in den Mund, viel Schwarzbeere und Röstnoten. Besteht hauptsächlich aus spät gelesenem Merlot, aber die Frucht-Wucht des Cabernet drückt durch. Guter Wein aus einem sympathischen Familienbetrieb.
Franc La Rose (GC)
Moderner Stil, aber nicht exzessiv. Gute Frucht, viel Saft, Pflaumen und Blaubeerlikör. Im Mund geschmeidig, sanft holzbetont, wie ein guter Chilene. Süßholz, reifer Merlot. Unter dem Strich ein guter Kompromiss zwischen Klassik und Moderne.
Vieux-Sarpe (GC)
Fruchtig, reif; Pflaumen- und Rumtopf(!)-Aromen, sogar Pinien. Gute Struktur, gutes Material, am Ende floral und Pomerol-ähnlich.
La Marzelle (GC)
Eucalyptus, Feigen und Himbeere, Pflaumen; gute Struktur, interessanter Wein mit schöner Konzentration. Gut gemacht, gefällig.
Du Barry (GC)
Kaffeearomen, Karamell und viel reife Frucht ; gleicher Eindruck im Mund, ein aufrechter Wein, gut vinifiziert, ohne Schnörkel aber mit viel Druck. Eine angenehme Flasche.
Grand Pontet
Karamell-Aromen, reife Schwarzbeere, Süßholz, ja Trüffelnoten. Gutes Gleichgewicht, gleichwohl nicht allzu komplex aber mit Charakter. Dürfte 15 Jahre überstehen.
Zufriedenstellend bis gut
L’Arrosée
Stil Neue Welt, holzbetont. Gleitet aber fruchtig in den Mund. Rum-Töne, auch Kirsch. Der Wein wirkt aber leider insgesamt unausgewogen. Im Jahrgang 2005 ist er um Klassen besser.
Fonroque
Florale Aromen, rote früchte (Himbeere, Walderdbeere). Die Barrique setzt sich durch, leicht grünlich, aber dennoch fruchtig. Massiver Wein, noch verschlossen.
Dassault
Dem Couspaude nicht unähnlich, aber die Tannine sind nicht so fein, obwohl der Wein insgesamt schon gut entwickelt scheint. Also noch etwas disharmonisch. Ein Juror hat Zweifel, ob das gute Gleichgewicht je erreicht wird.
Corbin
Ätherische Aromen, reifer Cabernet franc; viel Würze, gute Säure, erinnert an einen Sangiovese und trinkt sich denn auch wie ein Toskaner. Relativ simpel, aber gut gemacht, als Begleiter für mediterrane Gerichte.
Le Prieuré
Nelken, Rhabarber, grünliche Aromen; im Mund nobler, Johannisbeere, Schoko-Notem schmeckt recht gut und hat auch viel Würze. Gut gemacht, aber die grünlichen Aromen stören.
Haut-Sarpe
Etwas strenge Düfte (Heu!), aber gute Struktur mit frischem Cabernet-Geschmack. Guter komplexer Wein, elegant und mit Persönlichkeit.
La Tour du Pin Figeac (Moueix) (GC)
Kein großer Wein, aber fein. Viel Frucht, Leder-Noten, die Cabernet-Aromen scheinen durch. Gutes Potenzial.
Armens (GC)
Angenehme Aromen, auch wenn etwas verschlossen. Gleitet gut, viele Röstnoten, sehr reife Tannine. Gut gemacht, mit Pflaumen- und Trüffelaromen im Finale, leicht rustikal.
Patris (GC)
Viel Kaffee, Röstnoten, ähnelt dem Fombrauge. Guter Einstieg, aber starke, adstringierende Tannine, Teer-Noten. Ist noch zu verschlossen, könnte sich aber gut entwickeln.
Zufriedenstellend
Cap de Mourlin
Moderner Stil, Schmelz in der Frucht, aber auch holzbetont und mit Kakao-Noten. Gute Vinifikation, aber eher technisch als Terroir-betont. Ein Wein für ein großes, unkompliziertes Publikum.
Petit Faurie de Soutard
Schwarzbeerig, viel Johannisbeere. Würzig, aber harte Tannine, Alkohol und Holz dominieren noch.
Clos des Jacobins
«Animalische» Aromen, der Cabernet franc setzt sich durch. Im Mund angenehmer, hat Kraft und passt zu einem deftigen Gericht. Aber einfach so spricht er wenig an.
Laroze
Wirkt leicht «animalisch», frische Pilze, Pflaume. Korpulent, mit sehr viel Säure, könnte zu Fisch passen.
Cantin
Kaffee und Lakritz, Schwarzbeere; im Mund schöner fruchtiger Druck, gutes Spiel zwischen roten und schwarzen Beeren. Im Finale aber etwas unfein, das Lesegut scheint nicht ganz reif gewesen zu sein.
Faugères (GC)
Sehr nelkenbetont (clou de girofle), würzig, überraschend für diesen sonst eher geschmeidigen Wein. Es fehlt ihm an Glanz und Gleichgewicht.
Matras (GC)
Süßliche Aromen, Grenadine, Leder-Touch, gute Frucht und eine gewisse Noblesse. Nicht besonders expressiv, aber rund und gut und schnell trinkbar.
Ferrand-Lartigue (GC)
Schwarze Frucht, leicht ätherisch; Kaffeenoten, ziemlich massiv. Lakritze, im Mund mit einer schönen Säure. Der Abgang ist etwas rustikal, mit Teernoten und pfeffriger Würze… und mit bitteren Noten.
Passabel bis zufriedenstellend
La Dominique
Wirkt etwas unreif, das Gleichgewicht ist noch nicht gefunden. Oxydativ, unfein. Ein Juror gibt ihm aber eine Chance, er sei einfach noch zu jung.
Larmande
Leider wieder wenig interessant, obwohl die Aromen (Johannisbeere, Waldfrüchte) und der erste Geschmackseindruck gefallen. Dann aber dominieren grüne Noten, der Wein wirkt nicht harmonisch und im Abgang ohne Fett.
Faurie de Souchard (GC)
Schwarzbeere, Kirschen, Nelken und Pfeffer; starkes Tanningerüst, sehr fassbetont, aber mit etwas Schmelz. Es fehlt die Harmonie.
Côte de Baleau (GC)
Recht offen, Kirschen und Schwarzbeere, nicht sehr komplex und etwas bitter im Finale. Zuviel Holz?
Cadet-Bon (GC)
Auch hier dominiert der Cabernet franc (obwohl nicht mehrheitlich in der Assemblage), also leicht animalisch, Lakritze, hat etwas von einem Saumur. Im Mund hart, viel Holz, eintönig. Un cadet pas si bon que ça.
Villemaurine (GC)
Leicht metallische Aromen, auch schwarze Kirschen; leichter Wein für den schnellen Verzehr.
Candale (GC)
Würzig, Lorbeer, Nelken, Wacholder. Im Mund recht angenehm und frisch, völliger Kontrast zur etwas gewöhnungsbedürftigen Aromatik.
Passabel
Haut Corbin
Etwas unfeine Düfte, animalisch, Barbecue-Soße. Im Mund rote Früchte, Kaffee, Lakritz und Teer. Wenig Harmonie.
La Tour du Pin Figeac (Giraud-Bélivier) (GC)
Sehr starke Lakritz-Aromen, Teer. Wirkt fast exzessiv extrahiert, und deshalb disharmonisch.
Chauvin
Wieder diese oft auftretenden Nelken-Aromen. Im mund zunächst angenehm, dann aber hart und mit exzessivem Holz. Da fehlt die Frische.
Moulis
Sehr gut
Poujeaux
Großes Terroir, erster Eindruck überzeugt sofort. Konzentrierte Frucht, nobel, gleitet sachte in den Mund, dann explosive Aromen – ein großer Wein, den man lange im Mund fließen lässt. Potenzial, Eleganz, Konzentration: ein obligatorischer Kauf!
Gut bis sehr gut
Chasse-Spleen
Schöne Vanille-Töne, nicht aufdringlich, europäische Eiche; Blaubeere, ausdrucksvoller Johannisbeer-Toch, Weihrauch, viel Kakao; schwarze Kirschen; schöner harmonischer Wein. Kann schon getrunken werden, gute Säure, Gerbstoffe noch etwas Granatapfel. Sauber, Stil Clément-Pichon; Lakritze.
Gut
Maucaillou
Guter Feruschtgeschmack, Cabernet und Merlot harmonieren miteinander. Sehr schöne Tannine, aber etwas adstringierend. Viel Frucht, reif, schwarze Johannisbeeren, erinnert irgendwie an Cola-Aromen!
Médoc
Zufriedenstellend bis gut
Les Grands Chênes
Starke rauchige Holznoten, Schwarzbeere, Pfeffer, dunkler Kakao, Karamell; metallische Noten; Holz dominiert stark, sehr starker Melasse-Touch, nicht ganz reif, grüne Pfefferschote. Viel Gerbstoff. Potenzial: 2012.
Haut-Médoc
Gut
La Tour Carnet
Schöne Aromen: Schwarzbeere, Melasse, Kakao, geröstete Kaffeebohnen, sogar etwas Trüffel. Sehr intensiv, hohe Konzentration; schöne Frucht, schwarzer Kirschen-Saft; die Gerbstoffe sind relativ rund, aber noch etwas ruppig; hat etwas von einem Barbera d’Alba.
Zufriedenstellend bis gut
Cantemerle
Karamell, Kirschen; floral; gut strukturiert, scheint etwas Restsüße zu besitzen, aber grüner Touch. Das Holz ist gut eingebunden; ein guter Wein zu Wildfleisch, schmeckt etwas nach Preiselbeeren. 5-6 Jahre warten, hält 15 Jahre.
Passabel
Camensac
Ätherische Aromen, Rosen-Touch, Johannisbeere, Kirsche, auch Aromen nach Milchschokolade; unreife Himbeere, Bitternis eines Granatapfels; ein „grüner" Wein; riecht nach Artischocken. Unreifer Cabernet, noch etwas 2-3 Jahre, ist aber kein guter Wein.
Pessac-Léognan
Außerordentlich
Pape-Clément
Sehr reife Früchte, mit kalifornischem Cabernet-Touch; Johannisbeere, Himbeere, Lakritze, Amerena-Kirschen, auch viel Mineralität; sehr samtige Gerbstoffe, der ganz große Wein.
Hervorragend
Smith Haut-Lafitte
Sehr rauchig, stilecht. Gutes, nobles Terroir, Akazien, Tannenzapfen; Blaubeere, wunderbar in den Mund gleitend, ein sehr guter, ja außerordentlicher Wein, mit Butternoten, Karamell und viel Frucht.
Domaine de Chevalier
Kirsche, Blaubeere, reife Himbeere, runde, samtige Gerbstoffe; viel Kaffee (Espresso!, notiert ein Verkoster), sehr guter, eleganter und nobler Wein mit großem Potenzial!
Malartic-Lagravière
Weiße Schokolade, Blauberre, Vanille, Zwetschgen; Trüffel mit Schokolade, Feigen, Datteln; „un vin à croquer; à acheter", ruft ein Verkoster begeistert. Eine große Flasche, verbindet Klassisch mit Modern. Wunderbare Mineralität, sehr großes Potenzial.
Les Carmes Haut-Brion
Feine florale Aromen, auch viel Würze; gleitet sanft in den Mund, wunderbare Harmonie zwischen der Würze und der komplexen Frucht, bei der die Blaubeere dominiert - sehr reifer Cabernet! Ein sehr eleganter, feiner, nobler Wein, traumhaft.
Haut-Bailly
Aromen waren bei der Verkostung zunächst verschlossen; viel Alkohol, schöne Gerbstoffe, cremig, mit sehr viel Fruchtpotenzial, Kaffee- und Röst-Töne. Ein intellektueller Wein, mit guter Mineralität, verhalten aber sehr komplex, mit großem Potenzial: Sehr gut bis hervorragend.
Im Juni 2007 auf dem Château verkostet: Zunächst wieder diskret, wurde aber zunehmend kräftiger, bis die die fabelhafte Geschmeidigkeit dieses wunderbaren Weines sich offenbarte. Große Klasse. Herrliches Potenzial, gehört zu den Allerbesten der Appellation.
Sehr gut
Bahans Haut-Brion
Eucalyptus-Aromen, reifer Cabernet, noble Tannine, geschliffen, dieser Wein hat Klasse, großes komplexes Finale. Hat was von einem Wein aus der Toskana.
Gut bis sehr gut
Carbonnieux
Schöne dichte Nase, viel Merlot; Zwetschge und Kirsche; erdige Noten, guter Einstieg; ein jugendlicher Wein, hat Potenzial und Kraft. Karamellisiert nach langem Öffnen, interessant.
La Tour Haut-Brion
Süße Aromen, vom Merlot geprägt: Schwarzbeere, Kakao, Karamell, Feigen; viel Würze, Zimt und Muskatnuss, hat sogar Garrigue-Düfte wie in der Provence; schöne Gerbstoffe, Struktur und Konsistenz.
Gut
La Chapelle de la Mission Haut-Brion
Starke Cabernet-Aromen, Leder, Tabak. Sehr schöne Frucht, mineralisch, fruchtig, korpulent. Wird in fünf Jahren reif sein.
Zufriedenstellend
Cantelys
Süßkirsche, Zwetschgen, fleischige Aromen; schöner Einstieg, recht rund, die Frucht ist gut, aber der Wein scheint gestört zu sein; ein leichter, unkomplizierter Pessac-Léognan.
de Rochemorin
Schwarzbeere, Lakritz und Vanille; sehr angenehme Gerbstoffe, doch im Abgang getoastete Aromen. Leichter, aber angenehmer Wein.
La Louvière
Grüner Cabernet, Toastnoten; sehr diskret, Weihrauch, Grill-Aromen, Kirsche; Geschmack angenehm, aber nicht dicht, Gerbstoffe dominant, schwarze Kirsche, grüne Noten, bitter. Sehr tanninreich; könnte Spaß machen, entwickelt sich.
Passabel bis zufriedenstellend
Baret
Kirsche, Zimt, Pfeffer, harmonisch; hohl in der Mitte, etwas bitter; Blaubeere; es fehlt an Kraft und Ausdruck. Angenehm, aber ziemlich dünn.
Passabel
Cruzeau
Grüner Paprika, Harz-Aromen; leichter Wein, nicht komplex, gut gemacht aber kein großer Wein; Gurkenaromen; Essignoten, hat ein Problem. Potenzial? Eher keines.
Haut-Lagrange
Pfefferschote, Akazienblüte, süßer Lakritz, Feigen; eine ätherische Nase, mit Marzipan-Touch, Kirschenlikör. Grüne Note, flacht etwas ab; es fehlt an Struktur bittere Tannine. Trinkt sich gut, ist aber wenig komplex.
Pomerol
Sehr gut
Beauregard
Barrique-Noten, aber auch viel schwarzbeerige Frucht, typischer Veilchenduft. Sehr gutes Volumen, viel reife Frucht, entwickelt sich cremig, komplex. Viel Potenzial!
Cantelauze
Sehr komplexe Aromen, reife Zwetschge (pruneau d’Agen), auch schwarze Kirschen, Konfitüre. Wunderbare Tannine, sehr fein, schmeckt nach Süßholz. Große Klasse, im Finale Zwetschgengeschmack. Toller Pomerol.
Petit-Village
Schöne reife Aromen, viel Frucht, viel Schwarzbeere; im Mund würzig, etwas zu Nelken-betont. Dann aber wird er komplex, mit nobler Struktur, „vin gastronomique et gourmand". Passt wunderbar zu Wild.
Gut bis sehr gut
Poumeaux
Typische Pomerol-Aromen (Veilchen), wirkt leicht laktisch. Kakao, Mokka, Schwarzbeeren. Korpulent, klassisch, entwickelt nach einiger Zeit auch Rosenduft. Gute, geschmeidige Tannine. Schöner Stoff.
Gut
Vray Croix de Gay
Leichte Champignon-Aromen, auch Mokka und Kaffee; gleitet sehr gut in den Mund, cremig, geschliffene Tannine, es fehlt im Finale etwas die Frucht, aber insgesamt guter Pomerol.
Zufriedenstellend bis gut
L’enchanteur du Vray Croix de Gay
Viel Schwarzbeere, gute Attacke; reif, fruchtig, intensive Aromatik, leicht metallisch. Einfach, aber gelungen.
Domaine de l’Eglise
Mineralische Aromen dominieren; nicht sehr komplex, aber angenehm fruchtig, nicht bombastisch, eher filigran. Es fehlt an Größe, aber in der Gastronomie hat er seinen Platz.
Zufriedenstellend
Lafleur du Roy
Rauchige Aromen, Schokoladenkuchen, auch Tabak; wirkt etwas disharmonisch, eckig, macht einen «verbrannten» Eindruck. Abwarten: «Ce vin est ambitieux, mais il manque d’harmonie», schreibt ein Verkoster.
Passabel
L’Ecuyer
Würze, Pfeffer, Rauchtöne; wirkt leicht vegetal, es fehlt an Harmonie.
Jardin du Petit Village
Wirkt leicht, etwas aufgelöst, viel Kirsche, burgundisch – man denkt an einen Pinot noir eher als an Merlot oder Cabernet.