Golfbälle sind nicht schön glatt und eben, sondern mit Vertiefungen und
Kerben (Dimples) versehen. Das war aber nicht immer so: Zu Beginn des
Golfspiels waren Golfbälle glatt. Jedoch bemerkten die Spieler, dass
ihre Bälle weiter fliegen, je älter und zerschundener sie werden. Nach
einer Weile verliehen die Spieler selbst neuen Bällen jene äußeren
Merkmale. Schließlich reagierten auch die Hersteller und statteten die
Oberfläche ihrer Bälle mit Vertiefungen aus – den Dimples.
Sie senken
den Luftströmungs-Widerstand des Balles und lassen ihn weiter fliegen –
bis zu vier Mal weiter. Die unregelmäßige Oberfläche hat Auswirkungen
auf die Luftströmungen, die sich hinter dem rotierenden Ball bilden –
der Ball wird durch den Luftwiderstand weniger stark abgebremst.
Das
lässt sich durch Vorgänge aus den Bereichen der Aerodynamik und der
Gravitationsphysik erklären. Wie viele Dimples in welcher Anordnung ein
Golfball für optimale Flugeigenschaften besitzen muss, das wiederum ist
beliebtes Diskussionsthema. Das Design eines Golfballs hat übrigens
natürliche Vorbilder: Manche Blütenpollen optimieren mit Hilfe einer
Dimple-Oberfläche vorhandene Windkräfte, um ihr Verbreitungsgebiet auf
das Maximum auszudehnen. Die Detailaufnahme eines solchen Pollens zeigt
Ähnlichkeit mit einem modernen Golfball.
Patrick Müller
Was wollten Sie schon immer wissen? Schreiben Sie uns einfach:firwat@telecran.lu