... wir weinen

| Das
kennen Sie bestimmt: Beim Schneiden einer Zwiebel tränen Ihre Augen wie
verrückt. Das Gleiche geschieht, wenn uns ein Sandkörnchen ins Auge
fliegt. Doch das nervige Weinen hat einen ganz sinnvollen Hintergrund.
Die Tränenflüssigkeit dient als Abwehrmechanismus. Das Auge wird
gereinigt und der Fremdkörper herausgespült. Aber Weinen kann auch ganz
andere Gründe haben. |
Bei Trauer und Wut heulen wir. Amerikanische Forscher haben
festgestellt, dass sich die Tränen des Abwehrschutzes von denen der
emotionalen Äußerungen unterscheiden. In den letztgenannten befindet
sich eine Vielzahl an Stresshormonen. Der Körper könnte sich so
entspannen, vermuten Wissenschaftler. Schädliche Stoffe werden einfach
abgesondert. Verhaltensforscher wiederum sehen die Ursache für das Weinen im
sozialen Umgang des Menschen. Bereits Babys weinen, um die
Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und so bei den Anwesenden eine Art
Beschützerinstinkt auszulösen. Bis in die Pubertät hinein ist in Sachen
Tränenkunde zwischen Mädchen und Jungen kein Unterschied festzustellen.
Später gilt Heulen gerade bei Jungs als Zeichen von Schwäche. Dabei
haben Verhaltensforscher herausgefunden, dass Weinen bei Erwachsenen im Streit durchaus
deeskalierend wirken kann. Damit kann das Tränenvergießen als eine
Kombination aus Schutz, sozialen Instinkten und körperlicher
Stressbewältigung gesehen werden.