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... die „Bons Malades“ unerwünscht waren



Der Name verschleiert die Wirklichkeit: Die „Bons Malades“ waren in den Augen ihrer Mitmenschen alles andere als „gute Kranke“. Im Gegenteil: Es waren die Aussätzigen, die Siechen, die von Lepra Befallenen, die man aus Angst vor Ansteckung aus der Dorfgemeinschaft ausschloss und an eigens dafür ausgewiesene Orte verbannte, die Gutleuthof, Siechenhaus oder Leprosenhaus hießen.
Die unheilbare Krankheit machte den Menschen derart Angst, dass sie nicht einmal ihren Namen auszusprechen wagten, sondern von den Kranken als den Lazarusmenschen, den Leprosen oder eben den „Bons Malades“ sprachen. Die Krankheit selbst wurde „Petermailandskränkt“ genannt, nach Peter von Mailand, dem Schutzheiligen der Aussätzigen. Zunächst hatten sich die Siechen in Bonneweg niedergelassen, wo sie von den Almosen der Reisenden und der Güte religiöser Adelstöchter abhängig waren. Mitte des 13. Jahrhunderts wurden die „Bons Malades“ an jenen Ort im Alzettetal verbannt, der heute noch den Namen „Siichenhaff“ trägt. Die neue Siechensiedlung umfasste neben Wohnhäusern und Ackerland auch eine Kapelle, ein Pfarrhaus und einen Friedhof. 1800 starb der letzte Kranke auf dem Siechenhof. Die Leprosenstation war bereits 1770 geschlossen worden. Geblieben sind die Namen „Val des Bons Malades“ und „Place des Bons Malades“.
Anne Schmit







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