Was für ein Loddalebn!
"Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen!" Gilt das auch
heute noch für etwas so Zweischneidiges wie das Fernsehen? So nach dem
Motto: Wer in die Medien geht, kommt darin um? Entwarnung! Ganz so
dramatisch geht es in der Glotze ja nun auch wieder nicht zu. Obwohl -
es ist mal wieder ein "Opfer" zu beklagen. Aber das ist am eigenen
Debakel nicht so ganz unschuldig.
VOX hat das aufregende Leben von Lothar Matthäus dokumentiert und ging
seinerseits mit dieser Hofberichterstattung über den König aller
Fußbälle baden. Untergehen wird VOX mit diesem Patzer aber kaum. Wie
ätzte einst RTL-Ex-Boss Dr. Thoma schön süffisant: "Im Seichten kann man
wenigstens nicht ertrinken." Stellen Sie sich den Spruch in seinem
Wiener Schmäh vor.
Und jetzt ist passiert, was so oft passiert: Vor Tisch ist alles fein,
nach Tisch wird's a bissel schmutzig. VOX ließ durch seinen
Chefredakteur verkünden: "Lothar Matthäus läuft um 23:15 Uhr. Das ist
ein Zeichen dafür, dass wir nicht glücklich mit dem Programm sind." Das
kann ein verdienter Fußarbeiter wie Loddar Maddäus natürlich nicht auf
sich sitzen lassen. Er meldet seinerseits Versäumnisse des Senders an.
Gut finde ich aber, wie er den Sack zumacht und weise mit der Erkenntnis
schließt: "…is' vorbei. War 'ne dolle Erfahrung!" Gut, der Mann.
Nachtreten sollte nicht nur auf dem Fußballrasen verpönt sein.
Was nehmen Prominente alles auf sich, um nach oben zu kommen, bemerkt zu
werden, dabei zu sein. Das kann zur Sucht werden. Nicht jeder besitzt
mit dem Talent zum Aufstieg auch die Gabe, in Würde zurückrudern zu
können. Geschockt bin ich z.B. darüber, wie leichtsinnig Jenny
Elvers-Elbertzhagen die Kamera in ihr Haus lässt und hinausposaunt, dass
dort 500 000 € allein an Klamotten hängen. Muss Oma Klawuttke das
wissen?
Und was, wenn kleine Ganoven Jennys Wohnort googeln? Sie hat es
geschafft, sich aus Heideköniginnen-Anfängen über Promibeiwerk bis zur
durchaus beachteten Schauspielerin zu mausern. Da will man natürlich
auch zeigen, was man hat. Auch wenn das noch so gefährlich ist.
Aber ein echter Promiindianer kennt ja keinen Schmerz!
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"Nachtreten sollte nicht nur auf dem Fußballrasen verpönt sein."
metty.krings@telecran.lu
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