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Frühjahr 2011: Luxemburger Rosés und Crémant-Rosés


Einen Rosé zum Barbecue!

Eine Télécran-Jury verkostete 40 Luxemburger Rosés und Crémant-Rosés

Keine Grillparty ohne einen guten Tropfen. Die einen schwören auf Hopfen und Malz, aber die Gastronomen unter den Grillfans entkorken am liebsten eine Flasche Wein. Weiß passt gut zu Fisch, Rot gut zum Fleisch – Rosés aber sind vielseitiger und deshalb beim Barbecue eine sehr gute Wahl. Télécran hat zur Grillsaison wieder Luxemburger Rosés und Crémants für Sie verkostet! Fazit: Die Rosé-Crémants werden immer besser, und auch 2010 wurden exzellente Rosé-Stillweine produziert.


Für die Télécran-Verkostung stellten Luxemburger Winzer und Kellereien Probeflaschen von Rosés, „Gris de gris“ und Crémants zur Verfügung. Zehn Verkoster, zumeist aufgeteilt in zwei Gruppen, nahmen am 11. Mai 2011 im Remicher Weinbauinstitut 40 Crus „blind“ unter die Lupe – sie wussten demnach nicht, welche Weine ihnen serviert wurden. Die Juroren ordneten die Crus nach ihrem Stil, ihren Aromen und Eigenarten ein. Und sie gaben Tipps zum perfekten „accord met-vin“.

Und wenn Weine ihnen besonders gefielen, konnten sie einen „coup de coeur“ vergeben. Auf unserer Webseite www.telecran.lu finden Sie diese zusätzlichen Angaben und längere Fassungen der Verkostungsnotizen.

Zusammenstellung und Redaktion: Claude François


Crémant Rosé
Die schäumende Variante

So wie bei den Stillweinen, werden die meisten Luxemburger Rosé-Crémants aus Pinot Noir produziert. Wie schon in den beiden Jahren zuvor war die Qualität der Crémants sehr hoch, die Verkostung machte richtig Spaß. Die stilistischen Unterschiede sind aber zuweilen sehr groß.

Schlink-Hoffeld, Bulles en Rose: 5 Coups de coeur für diesen eleganten, feinfruchtigen Crémant, vollmundig aber nicht zu voluminös. Himbeere, Kirsche, Johannisbeere, und das alles mit einer delikaten Säure. Zum Aperitif, zu Lachs, zu Grill-Pute.

Krier-Welbes, Cuvée Julie Pinot noir brut: Ein echter „crowd pleaser“ mit 4 Coups de coeur: Weinig und spritzig, komplex und tiefgründig und mit einer verspielten Mineralität. Viel Frucht und Punch, aber immer elegant. Passt zu allem.

Hartmann, Brut Rosé: Beeindruckendes Volumen und deutliche Barrique-Noten, ein Rosé-Crémant vom Typ Champagner, tiefgründig, rote Früchte und Feigen, passt zu rotem Grillfleisch. 3 Coups de coeur.

Armand Schmit, Crémant Rosé: Ein trocken ausgebauter Crémant mit Finesse und einer schönen Weinigkeit, gut ausbalanciert und für ein ganzes Mahl geeignet. Schönes mineralisches Finale. 2 Coups de coeur.

Vinsmoselle, Poll-Fabaire Pinot Noir brut: Ein Crémant mit rauchigen und würzigen Noten, leicht fassbetont, rund, cremig und doch erfrischend, passt zu Safran-Fisch oder auch fein gebratener Entenbrust. 1 Coup de coeur.

St Martin, Rosé Brut: Ein spritziger, nervöser Crémant, weinig aber auch cremig, derzeit noch sehr CO2-geprägt. Passt zu herzhaft-schmantigen Gerichten, vom Krabbencocktail bis zum Grillfisch mit Remouladensoße. 1 Coup de coeur.

Krier-Bisenius, Cuvée St Pierre et Paul, Pinot Noir Rosé: Tiefe Farbe, mit Aromen nach Orange und Johannisbeere, würzig. Reif aber frisch-fruchtig, sortentypisch, ausgewogen. Gastronomisch vielseitig. 1 Coup de coeur.

Desom, Brut rosé: Ein floraler Rosé mit mittlerem Körper, harmonisch und elegant. Nicht von größter Komplexität, aber ein angenehmer Rosé-Crémant, den man zum Aperitif und zu Fisch oder Pute trinken kann. 1 Coup de coeur.

Clos des Rochers, Brut Rosé: 24 Monate lang lag dieser reife, stoffige, fast rotweinige Crémant auf der Hefe. Passt zu Grill-Thunfisch, Carpaccio oder Entrecôte mit Rotweinsoße. Die kürzlich degorgierte Cuvée entwickelt eine feine Mineralität im Finale.

Vinsmoselle, Spirit of Schengen Cuvée Pinot Noir: „Schöner Crémant, der besser zu Tisch als zum Aperitif passt“, schreibt ein Juror. Trifft zu: ein recht opulenter Rosé-Crémant, jedoch mit einer schönen Säure und viel Pinot-Noir-Geschmack. Exzellent zu einem Fleischspieß mit Paprika.

Krier Frères, Pinot Noir brut: Ein eher leichter Rosé mit ausgeprägter Schaumigkeit, leicht würzig und mit dezenten Tabak- und Sherrynoten. Trinkt sich angenehm, passt besonders zum Aperitif.

Kox, Brut Rosé: Harmonisch, relativ trocken, gastronomisch und mineralisch, mit deutlichen Erdbeeren- und Sauerkirschenaromen. Passt zu feinen Gerichten und leicht mariniertem Fisch mit Provence-Gewürzen.


Gris de Gris
Schmackhafte „graue“ Grauburgunder

Aus dem neuen Jahrgang 2010, der ja aufgrund der schwierigen klimatischen Verhältnisse besonders den fragilen Pinots gris zusetzte, wurden nur zwei „Gris de Gris“ präsentiert. Beide sind aber sehr gelungen. Sie wurden von den zehn Juroren zusammen verkostet.

Berna, Gris de Gris 2010: Die fette Variante, deutlicher Rebsortengeschmack, komplex. Sehr sauber, ohne Fäulnisnoten, mit schöner pfeffriger Würze (piment d’Espelette). Passt zu gegrilltem Lachs, Ossobucco, Pfeffer-Kalbsmedaillons, Käseplatte… 7 von 10 möglichen Coups de coeur!

Schram, Gris de Pinot gris 2010: Nur ein Juror konnte sich mit diesem Gris de Gris nicht anfreunden, 2 vergaben aber Coups de coeur! Sauber gemacht, harmonisch und mit viel Aroma und Druck. Passt zu vielen Gerichten: Grill-Sardinen, Spargel, weißem Fleisch mit leichten Gewürzen, Schafskäse…


Rosés
Spritzig, erfrischend und oft gastronomisch

Die meisten Luxemburger Rosés werden aus Pinot Noir hergestellt. Einige Winzer bauen ihn nur als Rosé aus, andere produzieren Rosé und auch Rotwein. Rosés können auch aus roten Elbling-Trauben hergestellt werden. Unter den verkosteten Rosés befinden sich auch Assemblagen aus verschiedenen Rebsorten (Saint-Laurent, Gamay, auch Dakapo), und einen Saint-Laurent-Rosé. Im Jahrgang 2010, bei dem es extrem wichtig war, nur kerngesundes Lesegut zu keltern, wurden etwas weniger Rosés produziert als 1009, aber die Qualität ist gut!


Bernard-Massard, Pinot Noir Rosé 2010: Ein „crowd pleaser“, der von allen 5 Juroren einen Coup de cœur erhielt. Ein sehr knackiger, vielschichtiger, weiniger Pinot-Noir-Rosé, der sehr gut zu rotem Grillfleisch passt.

Kohll-Leuck, Pinot Noir Kelterberg 2010: 3 Coups de coeur für den vollmundigen Rosé, der zunächst einen Sauvignon-Duft ausströmt, aber im Mund rote Früchte dekliniert. Zum Aperitif und zu Grillgut mit Soßen.

Berna, Pinot Noir Goellebour 2010: Feinherber Rosé, gut ausbalanciert und  fruchtig. Sehr rund, aber er bleibt gastronomisch und passt laut den Juroren zu Schnitzel, Kalbsleber, Lamm, Garnelencocktail, Puten-Grillfleisch. 2 Coups de coeur.

Krier-Welbes, Pinot Noir Coteaux de Schengen 2010: Elegant, mit guter Länge und viel Geschmack. Wirkt zunächst stark mineralisch, entwickelt dann aber viel Fruchtschmelz. Tipp: Salade de chèvre chaud. 2 Coups de coeur. 

Schumacher-Knepper    Pinot Noir Rosé 2010: Viel Volumen, etwas mehr Alkohol? 2 Coups de coeur für diesen korpulenten Blauburgunder-Rosé, den Sommelier Thierry Corona zu einer gebratenen Taube servieren würde.

Berna, Pinot Noir Goellebour 2010: Feinherber Rosé, gut ausbalanciert und  fruchtig. Sehr rund, aber er bleibt gastronomisch und passt laut den Juroren zu Schnitzel, Kalbsleber, Lamm, Garnelencocktail, Puten-Grillfleisch. 2 Coups de coeur.

L & R Kox, Rosé Pinot Noir Côtes de Remich 2010: Komplexer Wein mit Frucht, Tanninen und gastronomischer Finalität. Passt zu vielen Gerichten: Scampi-Thai-Salat, Hummer, aber auch Erdbeertorte, notiert ein Juror. 1 Coup de coeur.

Schram, Pinot Noir Rosé 2010: Ein dichter, voluminöser und dabei auch eleganter und fruchtiger Rosé, den man zum Aperitif und auch übers Essen trinken kann, ideal zu weißem Grillfleisch (Pute). 1 Coup de coeur.

Pundel-Hoffeld, Saint-Laurent rosé Goellebour 2010: Der einzige Rosé Saint-Laurent ist ein süffiger, angenehmer Wein, dessen Tannine und Restzuckergehalt ihn für herzhaftes Grillgut wie Spare Ribs prädestiniert. 1 Coup de coeur.

Berna, Elbling Rosé 2010: Leichter Sommerwein, recht floral und fruchtig, nicht besonders dicht aber mit genügend Stoff, um Essen zu begleiten, z.B. eine „Salade niçoise“ oder Meeresfrüchte. 

Vinsmoselle, Elbling Rosé 2010: Ein trockener Rosé zum Aperitif, aber mit einer Mineralität, die gut zu kalter Fleischplatte oder sogar zu einer „Choucroute“ oder Scampi mit Grapefruit passt.

Mathes, Rosé de l’Eté     2009: Ein ausgewogener, schon älterer Rosé, fruchtig und floral und mit guten Gerbstoffen, die ihn zu einem idealen Begleiter von Gerichten mit Früchten macht, z.B. einem „canard à l’orange“.

Cep d’Or, Rosé 2009: Der zweite Rosé aus dem Jahrgang 2009 ist diskret und etwas verhalten, vom Stil her recht trocken, aber kalt getrunken sehr erfrischend. Gastronomisch, er passt zu Grill-Fisch.

Schmit-Fohl, Rosé Ohner Koepp 2010: Fast schon überschwängliche Himbeer- und Erdbeeraromen, auch Granatapfel (grenadine), sehr parfümiert, viel Fruchtdruck und daher eher zu Grillfleisch mit Soßen.

Desom, Pinot Noir Côtes de Remich 2010: Saftiger Rosé, etwas cremig auch und von südländischem Typ. „Körper und Struktur“, schreibt ein Juror, und empfiehlt eine warme Fischplatte, ein anderer denkt an Entenbrust.

Vinsmoselle, Pinot Noir Sélection d’été 2010: Rote Früchte dominieren hier, im Mund gesellen sich auch Zitronenaromen dazu. Ein leicht zugänglicher Terrassenwein, passt zu Tapas.

Schlink-Hoffeld, Pinot Noir Machtum Ongkâf 2010: Gut strukturiert – leichte Barriquenoten? Ein weiniger „rosé de repas“, der gut zu weißem Fleisch passt oder einem Kalbskotelett. Oder „zu einer Zigarre“.
 
L & R Kox, Le Plaisir d’été 2010: Ein schnörkelloser, mineralischer Rosé mit einer ausgeprägten Fruchtigkeit, für den schnellen Konsum. Ein Aperitif- und Terrassenwein, den man recht kalt trinken sollte.

Häremillen, Pinot Noir Rosé 2010: Ziemlich würzig, Aromen nach Süßholz und Vanille, wirkt im Mund kräftig aber im Finale noch etwas unfertig, müsste sich bald öffnen. Zu Tomaten-Pesto oder Thymian-Lammkoteletts.

St Martin, De Nos Rochers Pinot Noir 2010: Ein mineralischer Wein, bei dem zunächst die Säure dominiert, dann aber viele rote Früchte. Wirkt gastronomisch aber noch verhalten. Zu Shrimp-Salat mit leichter Cocktailsoße.

Kohll-Reuland, Sunshine Pinot Noir Rosé 2010: Kräftiger Rosé mit  „kirschigen“ Pinot-Noir-Aromen. Demnach recht tanninreich und deshalb zu Bresaola mit Rucola-Salat, rotem Fleisch oder einem Käseteller zu empfehlen.

Krier Frères, Pinot Noir Rosé 2010: „Gastronomischer Wein von mediterranem Typ“, schreibt ein Verkoster. Weniger verspielt, aber ein schon ausgereifter Rosé, der z.B. zu Steinbutt mit leichter Lakritzsoße passt.

Krier-Bisenius, Pinot Noir Rosé 2010: Kräftig, mit deutlichem Barrique-Touch. Hat viel Geschmack, sein Restzuckergehalt macht ihn eher zu einem Begleiter von „exotischem“ Fleisch wie Strauß, oder gar von Fruchtsalat.

Vinsmoselle, Pinot Noir Rosé Edmond de la Fontaine 2010: Tiefe Rosé-Farbe, würziges Parfüm, schwarze Beeren. Feuerstein-Mineralität, ziemlich kräftig, passt zu Räucherlachs oder zu süßlich mariniertem Hähnchen.

Vinsmoselle, Sixty Six Rosé: Ein Party-Wein. Der ansprechend aufgemachte Assemblage-Markenwein ist fast ein „Demi-sec“, aber fruchtig und spritzig genug, um würzige Speisen wie Taccos oder Spare Ribs zu begleiten.



Folgende Betriebe haben Proben zur Verfügung gestellt:

Berna, Ahn:760 208
Domaines de Vinsmoselle: 23 69 661
Mathes, Wormeldingen: 769 93
Cep d’Or, Hëttermillen: 738 383
L & R Kox, Remich: 23 698 494
Schram, Bech-Kleinmacher: 23 669 143
Schmit-Fohl, Ahn: 760 231
Bernard-Massard, Grevenmacher: 75 05 451
Krier-Welbes, Ellange-Gare: 23 677 184
Schumacher-Knepper, Wintringen: 236 0451
Desom, Remich : 23 60 401
Schlink-Hoffeld, Machtum: 758 468
Häremillen, Ehnen: 768 436
St Martin, Remich: 23 61 991
Kohll-Reuland, Ehnen: 760 018
Krier Frères, Remich: 23 69 601
Krier-Bisenius, Bech-Kleinmacher: 23 66 141
Pundel-Hoffeld, Machtum: 750 276
Kohll-Leuck, Ehnen: 768 125
Desom, Remich: 23 60 401
Alice Hartmann, Wormeldingen: 760 002
Clos des Rochers, Grevenmacher: 75 05 451





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