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Raymond Behms Reisebericht vom 18. August 2010


„Wir stehen alle ein wenig unter Schock“, sagt Raymond Behm gleich zu Beginn des Telefongesprächs. Ein halbe Stunde davor hat es auf der Straße einen Verkehrsunfall gegeben. Zwei Lastwagen sind frontal zusammengestoßen, und einer der vier Luxemburger Radfahrer stand nur wenige Meter davon entfernt. Zum Glück ist ihm nichts passiert. „Uns geht es gut, doch für heute haben wir erst einmal genug von diesen Straßen”, erklärt Behm. Im Hintergrund ertönt das nervöse Hupen, Gasgeben und Bremsen des chinesischen Straßenverkehrs.
                                       
Als Raymond Behm sich das letzte Mal aus China meldete, beklagte er die Öde der Wüste. Diese haben er und seine drei Begleiter mittlerweile hinter sich gelassen. Verkehrsintensive Straßen und große Städte bilden nun die Kulisse für die Reise der Gruppe, die sich auf der letzten Etappe des Seidenstraßen-Abenteuers befindet. In knapp einer Woche werden die vier Luxemburger Peking erreichen.
 
Vor ein paar Tagen machten Behm und seine Mitreisenden Halt in Xi’an, dem ursprünglichen Ausgangspunkt der Seidenstraße. Die Besichtigung der Terracotta-Armee war eines der Highlights. „Als wir abends in die Stadt gingen, fühlten wir uns wie auf der ‚Braderie’ in Luxemburg. Doch die Menschenmassen sind hier der ganz normale Alltag”, sagt Behm lachend. „Auf den großen Plätzen versammelten sich die Menschen, um zusammen zu singen und zu tanzen. Das war fantastisch.“









Danach ging die Reise weiter nach Huashan, einem der fünf heiligen Berge Chinas. „Da gibt es eine wunderbare Tradition: Verliebte klettern auf den Berg und befestigen ein Schloss an dicken Eisenketten. Den Schlüssel werfen sie danach weg. Damit ist ihre Liebe für immer dort befestigt“, erzählt der Extremsportler, und fügt hinzu, dass die Luxemburger Gruppe in Gedanken an die Ehefrauen zu Hause ebenfalls Schlösser aufgehängt habe.







Nach diesen beeindruckenden Erlebnissen denken die Luxemburger nun langsam an das Ende ihrer Reise - mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es ist immer traurig, wenn eine Reise zu Ende geht. Doch die Energie geht langsam einem aus“, gesteht Behm, der sich in Gedanken schon auf den ersten Tag in der Heimat freut: „Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich mich auf der ‚Schueberfouer’ mit Würsten, ‚Gromperekichelcher’ und Waffeln voll essen.” Die vier Luxemburger haben ausgerechnet, dass sie bis jetzt zusammen bereits 30 Kilogramm abgenommen haben. Die Grillwurst haben sie sich damit mehr als verdient.





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