
| Hochzeiten, öffentliche Auftritte oder andere feinere Festlichkeiten:
Das bedeutet für viele Männer „Anzug und Krawatte“ tragen. Schließlich
möchte man(n) gut aussehen. Dabei hatte das Stoff- oder
Seidentuchähnliche Accessoire ursprünglich eine ganz andere Funktion.
Neben Mythen und Erzählungen aus Zeiten vor Christi Geburt, finden sich
die ersten belegten Hinweise auf Krawatten im 17. Jahrhundert. Und zwar
in Frankreich. |
Als Ludwig der XIV, der Sonnenkönig (1643-1715), kroatische Söldner anheuerte, fiel ihm gleich eine Besonderheit an deren Uniform auf. Am Hals, etwas über den Brustkorb hängend, befand sich ein weißes, dickes Tuch, das zum Schutz diente. Davon war der König so begeistert, dass er diese Mode kurzerhand übernahm. Er taufte sie nach dem Herkunftsland „croatta“, was später zur Krawatte wurde. Ende des 18. Jahrhunderts, während der französischen Revolution, galt das Mode-Accessoire bereits als Symbol der Macht, das ausschließlich Männer trugen. Zusätzlich deutete die Farbe der Halsbinde auf die politische Orientierung. Zeiten ändern sich: Hundert Jahre später verebbte diese tiefere Bedeutung und übrig blieb das Gefühl von Seriosität und einem gewissen Wohlstand, das die Krawatte vermittelt.
Matthias Probst