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Raymond Behms Reisebericht vom 22. Juni 2010


„Ich bin gerade nach Kirgistan eingereist. Und zwar ohne das geringste Problem“, berichtet Raymond Behm an diesem Dienstagmorgen und klingt selbst noch überrascht. Kirgistan?! Das Land wird doch von schweren Unruhen erschüttert, die Rede geht derzeit von schätzungsweise 2000 Toten bei Ausschreitungen zwischen Kirgisen und der usbekischen Minderheit.

Behm gibt zu, dass er ein ganz mulmiges Gefühl bei der Einreise hatte. Aber es stellte sich heraus, dass diese Grenze ausgesprochen einfach zu passieren war. Viel einfacher als die meisten Grenzübergänge, die Raymond Behm bislang auf seiner abenteuerlichen Fahrt durch Zentralasien überquert hat. Dabei ist diese Grenze offiziell geschlossen. „Ich war extrem erstaunt, wie stressfrei die Leute hier zirkulieren“, meint er. Von Unruhen keine Spur.

Größte Sorge bereitet ihm weiterhin sein Auto. Die Fenster sind kaputt, der Auspuff weg, die Spoiler ebenfalls… aber der Motor dreht noch! „In Tadschikistan war ich kurz davor, aufzugeben“, gibt Behm zu. Und zwar wegen des Fahrzeugs.

Die Straßen seien extrem schlecht gewesen, zum Teil gab es überhaupt keine Straßen, wie auf den beiden 3300 Meter hohen Bergpässen, die für seine Klapperkiste fast unbezwingbar waren. „Plötzlich ging es einfach nicht mehr weiter. Ich steckte mit dem Wagen fest“. Dass er trotzdem weiterkam verdankt et den Chinesen. „Die waren im Begriff, unten am Berg eine Straße zu bauen“. Behm halfen sie aus der Patsche, kamen mit dem Bulldozer angerückt und bauten ihm gleich die 200 Meter Straße, die er brauchte, um weiterzufahren.

Tadschikistan war ohnehin ein spezielles Abenteuer. „Man hatte mir von diesem Land abgeraten“, erinnert er sich. Nicht nur wegen der vielen Taliban, sondern wegen des Drogenhandels. Er wurde häufig von der Polizei kontrolliert, einmal wurde sein Fahrzeug während vier Stunden millimetergenau untersucht. „Da weiß man nie, was passieren kann“, meint Behm. Plötzlich fange man zu zweifeln an. Er selbst hatte natürlich keine Drogen bei sich, aber er fragte sich plötzlich, ob seine Beifahrer, die er unterwegs mitgenommen hatte, wohl auch astrein seien. Glücklicherweise verliefen die Kontrollen problemlos.

Raymond Behm hat noch 50 Kilometer vor sich. Dann ist er in Bischkek. Dort erwartet ihn sein nächster Freund, ein Korrespondent des arabischen Fernsehens Al Jazeera. Aus der kirgisischen Hauptstadt werden Unruhen gemeldet. Behm weiß nicht, was ihn dort erwartet. Er hofft, dass sein Wagen es bis dorthin schafft. Und dann wird es verschenkt. Mit dem Pferd wird Raymond Raymond Behm seine Reise fortsetzen.









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