Wie schon 2009 bat Télécran die Luxemburger Winzer und Kellereien auch in diesem Jahr, Proben ihrer Rosés, „Gris de gris“ und Crémants für eine Verkostungsrunde zur Verfügung zu stellen. Diese fand unter professionellen Bedingungen am 19. Mai im Remicher Weinbauinstitut statt. Elf Verkoster nahmen 50 Crus unter die Lupe. . Die Komitees setzten sich zusammen aus Dominique Rizzi, Jerry Scheuer, Jean-Paul Hoffmann, Arno Bauer und Luss Bildgen (Jury 1) sowie aus Anouk Bastian, Bernd Karl, Guy Bosseler, Josy Zenner und Guy Krier (Jury 2).
Anders wie bei der großen jährlichen Télécran-Verkostung im Herbst ging es diesmal nicht darum, die Weine mit Punkten zu bewerten, sondern sie nach ihrem Stil, ihren Aromen und Eigenarten einzuordnen. Besonders wichtig war auch die Frage, ob sie zum Aperitif, zum Essen und sogar zum Dessert passen, und für welche Grillkombinationen und kulinarische Gerichte sie besonders geeignet sind.
Folgende Betriebe haben Proben zur Verfügung gestellt:Domaines de Vinsmoselle (Stadtbredimus, Remerschen, Wellenstein, Greiveldingen, Grevenmacher, Wormeldingen), Cep d’Or (Hëttermillen), Ley-Schartz (Ahn), L. & R. Kox (Remich), Häremillen (Ehnen), Desom (Remich), Kohll-Reuland (Ehnen), Schumacher-Knepper (Wintringen), Krier-Welbes (Ellange-Gare), Krier-Bisenius (Bech-Kleinmacher), Mesenburg-Sadler (Wormeldingen), Schram et fils (Bech-Kleinmacher), Mme Aly Duhr (Ahn), Clos „Mon Vieux Moulin“ (Ahn), Mathes (Wormeldingen), Bernard-Massard (Grevenmacher), Berna-Senninger (Ahn), Caves Saint-Martin (Remich), Krier frères (Remich), Schmit-Fohl (Ahn), Pundel-Hoffeld (Machtum), Schlink-Hoffeld (Machtum), Schumacher-Lethal (Wormeldingen), Alice Hartmann (Wormeldingen).
Zusammenstellung und Redaktion: Claude François
OPULENTE, FRUCHTIGE 2009er ROSESDie meisten Luxemburger Rosés werden aus Pinot Noir hergestellt. Normalerweise wird diese Rebsorte dann auch auf der Flasche angegeben. Einige Winzer bauen ihren Blauen Spätburgunder (so heißt der Pinot Noir auf Deutsch) ausschließlich als Rosé aus, andere produzieren einen Rosé und auch einen (oder mehrere) Rotweine. Rosés entstehen entweder durch eine „Saignée“ (aus Saft, der dem ersten Ablaufmost entnommen wird), oder durch direkten Kontakt mit der Maische, also mit den gepressten Traubenschalen.
Einige Rosés werden aus roten Elblingtrauben hergestellt. Nur wenige Winzer produzieren diese leichteren Weine, die 2009 besonders gut gelungen sind. Unter den verkosteten Rosés befinden sich auch Assemblagen aus verschiedenen Rebsorten, meistens aus Pinot Noir und Elbling, aber es können auch andere Rotweinsorten (wie Saint-Laurent, Gamay, auch Dakapo) darin enthalten sein werden.
Wie beim Crémant findet man an der Luxemburger Mosel sehr unterschiedliche Rosés – vom trockenen Provence-ähnlichen Cru bis zur extravaganten, mit Restzucker recht hoch dosierten Fruchtbombe. Das Qualitätsniveau ist hoch, und 2009 wurden viele dichte, opulente und fruchtige Weine hergestellt; nach 2003 ist 2009 sicher der beste Jahrgang für Pinots Noirs, oft auch für Rosés. Manchmal aber ist der Alkoholgehalt recht hoch… Einige verkostete Rosés entstammen noch aus dem frischeren, mineralischeren aber nicht so stoffigen Jahrgang 2008. Unser Verkostungskomitee testete 26 Weine; ein weiterer musste wegen Korkproblemen eliminiert werden.Die Stillweine wurden in den „Marque nationale“-Gläsern präsentiert und in WMF-Gläsern der Serie Easy degustiert.
Aperitif- und Terrassenweine Domaines de Vinsmoselle
Elbling Rosé 2009Ein leichter, sehr trockener Terrassenwein, von heller Farbe, mit feinen Aromen, ausgeglichen. Seine gute Säure verleiht ihm die nötige Frische. Passt vor allem zu Salaten. Temperaturempfehlung: etwa 9 Grad.
Cep d’Or
Rosé 2008Trockener Charakter, mit floralen Noten, ein typischer Sommer-Schoppenwein. Passt auch zu gegrillten Sardinen und Salzbrot.
Ley-Schartz, Ahn
Pinot Noir 2009Auch ein sehr trockener Rosé, angenehm und ausgewogen. Fruchtig und mit viel Power, passt sehr gut zu Tisch, ist aber auch als Aperitifwein empfehlenswert. Empfiehlt sich zu italienischen Gemüse-Vorspeisen und besonders zu weißem Grillfleisch. Die Verkoster finden ihn vom Typus her ausgesprochen „luxemburgisch“ – interessant, er hat nur zwei Gramm Restzucker! Bei etwa 10 Grad trinken.
L. & R. Kox
Vin rosé 2009 Plaisir d’étéDer Name sagt es schon: ein typischer Sommerwein. Ausgeprägt trockene Struktur, druckvoll, wirkt insgesamt leicht und „easy drinking“. Grillfleisch, Thon-Gazpacho, Olivenbrot: ein vielseitiger Rosé.
L. & R. Kox
Pinot noir rosé 2009Trockener Rosé mit zwar gastronomischen Qualitäten, aber die Jury empfiehlt ihn noch eher als Aperitifwein. Relativ leicht, elegant, angenehm mit Aromen nach frischen Früchten. Ein Sommer-Grillparty-Wein, die Sommelière Dominique Rizzi empfiehlt ihn aber auch zu Kalbmignons und Kräuterchampignons. Ganz kalt trinken.
Häremillen
Pinot noir rosé 2009Ein tieffarbiger Rosé mit viel Punch, eher zum Aperitif geeignet aber durchaus auch gastronomisch. Frucht und Opulenz, ausdrucksstark, harmonisch und lang anhaltend, einige Verkoster lobten den Wein in höchsten Tönen. Passt natürlich zu Grillfleisch, aber auch zu kalten Platten. Und zu Tapas.
Desom
Pinot noir Rosé 2009Zum Aperitif? Oder eher zum Essen? Die Verkoster empfehlen diesen Rosé zu beiden Gelegenheiten: Fruchtig, opulent und sogar fett wirkend, aber mit guter Frische und harmonisch. Trinkt sich schon fast wie ein Provence-Rosé und passt zu weißem Fleisch, zu Fisch in vielen Variationen und sogar zu frischer Ricotta! Bei etwa 10 Grad trinken.
Kohll-Reuland
Pinot noir rosé 2009Auch hier wähnt man sich in der Provence: geschmacklich ein sehr typischer Rosé mit Himbeeren- und Erdbeerenaromen, auch wenn die tiefe Farbe eher auf einen Rotwein schließen lässt. Man darf ihn also kalt trinken, er passt zu allen Grillvarianten und auch zu kräftigen Soßen, aber auch zu ausgefeilten Fleischkreationen. Kein Sommerwein, eher ein Wein für alle Jahreszeiten, notiert ein Verkoster.
Schumacher-Knepper
Pinot noir 2009Ein wahrlich fruchtiger Rosé, konzentriert, ausgewogen und mit viel Schmelz. Ein „crowd pleaser“, der sowohl als Terrassenwein als auch als Tischwein überzeugt. Nicht sehr komplex, aber harmonisch strukturiert, süffig und mit einer interessanten Aromenpalette, die rote Früchte und auch Blüten dekliniert. Empfohlen werden dabei sowohl Grillwurst, Salat mit geräuchertem Fisch als auch ein blutiger Roastbeef. Bei etwa 10 Grad trinken.
Krier-Welbes
Pinot noir 2009 fût 31Auch ein „Zwitterwein“, der eben so gut zum Aperitif als auch zu Tisch passt. Dir Fruchtigkeit dominiert, aber der tieffarbige Wein wirkt auch leicht trocken. Stoffig, ziemlich komplex, bei etwa 10 Grad ist er ideal temperiert. Leichte Gewürznoten empfehlen ihn für chinesische oder indische Gerichte, aber einige Verkoster gehen eher in die Richtung Grillfisch und gebratene Scampis.
Krier-Bisenius
Pinot noir rosé 2009Viel Lob gab es für diesen Wein, der in Sachen Opulenz, Power und Fruchtigkeit punktete. Ebenso ein Terrassenwein als auch ein Rosé für gastronomische Ansprüche – und der Rosé, der in der gesamten Verkostung als der „am typischsten luxemburgische“ bezeichnet wurde. Die 7,50 Gramm Restzucker verkraftet er gut, er wirkt frisch, lebendig und harmonisch. Ideal zum Barbecue, aber empfehlenswert z.B. auch zu einer Hartkäseplatte. 9-10 Grad.
Mesenburg-Sadler
Pinot noir Rosé 2009Laut den Verkostern der „floralste“ Wein der gesamten Probe. Und dementsprechend auch besonders zum Aperitif geeignet: auch ein auffallend mineralischer Rosé, mit sehr viel Frucht. Recht ausgewogen, ein Verkoster wird an spanische Rosés erinnert. Nach dem Aperitif aber natürlich auch zum Barbecue geeignet. 9 Grad.
Schram et fils
Pinot noir rosé 2008Ein verhaltener Rosé, in der Farbe und auch im Geschmack. Mit 8,90 Gramm Restzucker einer der am höchsten dosierten Rosés der Verkostung; man sollte ihn kalt als Terrassenwein und zu Tapas trinken.
Mme Aly Duhr
Pinot noir rosé 2009Frucht, Opulenz und druckvolle Aromen: ein unkomplizierter, saftiger und attraktiver Rosé, der aber mit 9,50 Gramm Restzucker den zweithöchsten Wert aufzeigt. Also nichts für Fans knochentrockener Rosés, aber wer sich ein Glasvoll Saft roter Beeren wünscht, liegt bei diesem tieffarbenen Rosé richtig. 10 Grad.
Domaines de Vinsmoselle
Pinot Noir 66Ein kommerzieller Assemblage-Wein, rund und ganz kalt zum Aperitif trinken. Und dazu kalte Kräuterchampignons und Käse-Tapas servieren
Eher gastronomische Weine Clos „Mon Vieux Moulin“, AhnPinot noir 2008Mit nur 1,40 Gramm Restzucker der trockenste von allen verkosteten Rosés. Von tiefroter Farbe, relativ leicht wirkend und fruchtig, ein recht harmonischer Rosé, den man aber nicht zu kalt trinken sollte (die Jury empfiehlt 13 Grad). Passt zu Käse, Grillfleisch und –fisch. Tipp: „Cochon de lait“.
Domaines de VinsmosellePinot noir Rosé 2009Wie der Elbling-Rosé aus dem gleichen Hause trocken ausgebaut (nur 3,20 Gramm Restzucker). Fruchtig, aber nicht übermäßig opulent; die Jury spricht unisono von einem harmonischen, runden und ausgeglichenen Rosé, gastronomisch vielseitig einsetzbar: Salate, chinesische Küche, Kalbsfleisch, Filet de rouget grillé, knackiges Gemüse… 10 Grad.
Kohll-Leuck, EhnenPinot noir 2009Der Wein (5 Gramm Restzucker) wirkt weniger trocken, dafür aber fruchtig, opulent und druckvoll. Ein angenehmer Sommerwein, typisch für den stoffigen Jahrgang; mit seinen Menthol- und Alkoholnoten könnte er auch in einer südeuropäischen Rosé-Serie stehen. Passt zu thailändischer Küche, zu Geflügel und Kalb - und zu Sardinenfilet mit schwarzen Oliven! 10 Grad.
MathesPinot noir 2009Mit 5,20 Gramm Restzucker nicht wirklich „trocken“, aber er wirkt dennoch trocken bei einer guten Fruchtigkeit. Passt zu Grillfisch, zur „Friture“ aber auch zu Grillspezialitäten „en papillote“. Etwa bei 9 Grad trinken.
Bernard-MassardPinot noir Rosé 2009Trocken, opulent, druckvoll und fruchtig: hier hält sich alles die Waage. Der sehr gut strukturierte, harmonische und fein abgestimmte Rosé hat durchaus Rotwein-Charakter, besitzt aber die nötige Säure, um ihn auch kalt trinken zu können. Sehr angenehm, passt zu Krabbencocktail, Grillfleisch, Fisch und besonders gut auch zu Auberginen! 10 Grad.
HäremillenPinot noir Rosé 2009Von tiefer Farbe, vor allem stoffig und opulent, mit leichter, gut eingebundener Barrique-Note, wie ein Verkoster notiert. Fein, gut gemacht, zu empfehlen bei südfranzösischer Küche (Ratatouille) und mit Gewürzen mariniertem Grillfleisch. Mit 6,1 Gramm Restzucker passend „dosiert“; bei 10 Grad trinken.
Domaines de VinsmosellePinot noir 2009 Sélection d’étéEin voller, runder Rosé, weich und harmonisch, mit Karamellnoten, korpulent und reich. Mit 6,90 Gramm Restzucker nicht zu hoch eingestellt – bei diesem Wert kommen Luxemburger Rosés allgemein gut an, auch in Blindverkostungen. Passt zu chinesischer Küche, Curryhuhn und Fisch in Salzkruste. Und natürlich zum Grillfleisch. 9 Grad.
Berna-SenningerRosé 2008Ein kraftvoller Rosé aus dem Jahrgang 2008, den man jetzt trinken sollte. Viel Power, ausgeglichen zwischen Frucht, Blumigkeit und Mineralität. Empfiehlt sich auf jeden Fall zum ausgiebigen Barbecue. 9 Grad.
Caves Saint-MartinPinot noir rosé 2009Ein angenehmer Sommerwein mit eher gastronomischen Qualitäten. Trotz fast 8 Gramm Restzucker recht trockener Stil, wird sich gut mit weißem Grillfleisch (Geflügel) vertragen, aber auch mit gegrillten Meeresfrüchten in Soße. 9 Grad.
Krier frèresPinot noir Rosé 2008Gastronomische Qualitäten dominieren in diesem Rosé, der allerdings mit 8,20 Gramm Restzucker recht hoch eingestellt ist. Florale Noten (Rose, Vergissmeinnicht) prägen diesen Rosé, der von den Verkostern als „typisch luxemburgisch“ bezeichnet wird. Passt zu Fisch und einem opulenten Salat. 10 Grad.
Zum Aperitif, zu Tisch und… zum Dessert! Schmit-FohlRosé 2008Nur 5,70 Gramm Restzucker, aber dies ist der einzige Rosé, den die Verkoster als ausgesprochenen Dessertwein bezeichnen! Aber sie rechnen ihm gleichzeitig auch gastronomische Qualitäten an und stufen ihn als Aperitif-tauglich ein! Dementsprechend bereit ausgelegt sind auch die Beschreibungen dieses Weines, den man bei etwa 9 Grad am besten trinkt: ein dichter Rosé mit Kraft, attraktiv und strukturiert, ausgewogen; einige finden ihn aber „etwas leicht“ und säurebetont. Wie auch immer: der Wein passt zu vielen Gerichten.
GRIS DE GRIS:
EINE INTERESSANTE ALTERNATIVE
Gris de Gris sind spezielle Cuvées des Pinot gris (Grauburgunders): Bei sehr reifen, farbintensiven Trauben kann nach dem Pressen ganz natürlich ein leichter Grau/Rosa-Schimmer entstehen, aber das ist selten der Fall. Gris de Gris entstehen in der Regel, wenn die Trauben einige bis mehrere Stunden auf der Maische liegen. Dies verleiht dem Weine seine typische Farbe und ein intensives Grauburgunder-Bukett. Gris de gris enthalten wesentlich mehr Restzucker als die meisten Rosés – wo die meisten Rosés aufhören, beginnt der Zuckergehalt beim „Gris“. Im Jahrgang 2009 wurden ungemein opulente „Gris de gris“ produziert. Sie sind eine originelle, interessante Alternative zu den üblichen Rosés, aber sie passen vor allem zu würzigen, kräftigen Gerichten. In der Verkostung wurden 6 Proben unter die Lupe genommen.
VinsmoselleGris de gris 2009Eher ein Aperitifwein, aber dieser Gris de gris passt auch zu Tisch. Zumal er mit 8,40 Gramm Restzucker der „trockenste“ der sechs Probenweine ist. Opulent, mit Punch, Power und reifer Frucht, gefällt dieser Wein wegen seiner Harmonie, Fülle und seinem sehr langen Abgang. In der Gastronomie ein guter Begleiter von gebratener Gänseleber mit Trauben, aber er passt auch zu Spargeln, Beefsteaks und Käse. Etwa 9 Grad.
Ley-SchartzGris de gris 2009Sehr opulent aber elegant, mit Power und Länge, sehr reifes Lesegut: die 9 Gramm Restzucker merkt man dem komplexen Wein nicht an. Viele Verkoster entdecken in ihm gastronomische Qualitäten, bezeichnen ihn aber auch als Aperitifwein. Passt hervorragend zu rohem Thunfisch, Sushi und Carpaccio in allen Variationen, unter anderen Köstlichkeiten. 10-11 Grad.
Mme Aly DuhrGris de gris 2009Auch ein Gris de gris mit gastronomischen Zügen trotz seiner 10,60 Gramm Restzucker; allerdings sollten die kulinarischen Kreationen herzhaft sein: weiße Cremige Soßen, Käseplatten, Gemüsegratin oder gegrillte Dorade (Goldbrasse): dieser fette Wein passt dazu. 8 Grad.
Berna-SenningerGris de gris 2009Ein vielschichtiger Power-Wein, bei dem alles stimmt: Dieser Cru erhielt insgesamt das positive Echo von allen Stillweinen, die verkostet wurden – u. a. gilt er als der „luxemburgischste“ in allen Proben. Fett und dicht, mit viel Frucht, Schmelz und floralen Noten, ein Kraftpaket mit feinen Nuancen, hochgastronomisch (und das bei 10,8 Gramm Restzucker) und auch als Aperitifwein zu empfehlen. Tipp: Spargeln mit Sauce hollandaise und Fisch in Sauce homardine. 9 Grad.
Pundel-HoffeldGris de gris 2009Ein polyvalenter Wein, ausgewogen, aber der Restzuckergehalt (12,90 Gramm) ist sehr hoch. Feine Fruchtnoten (etwas Erdbeere, „pêche de vigne“), mit gastronomischen Qualitäten aber auch frisch genug für das Aperitif. Passend zu Gratins. 9-10 Grad.
Schram et filsGris de gris 2009Mit seinen 15,30 Gramm schon fast ein „moelleux“: Dieser kräftige Wein eignet sich vor allem zum Aperitif; man trinkt ihn aber auch zu Käse oder zu Fruchtkuchen. 7-8 Grad.
CREMANT ROSE:
PRICKELNDER PINOT NOIR
Die meisten Luxemburger Rosé-Crémants werden ausschließlich aus Pinot Noir gewonnen. Auch in diesem Jahr durften die Télécran-Verkoster wieder einige hervorragende Crémants verkosten, die mehr als eine Alternative zu wesentlich teureren Produkten aus der Champagne sind. Klar, Luxemburger Rosés wirken meistens frischer und vielleicht weniger komplex als die ganz großen Etiketts der großen Häuser, aber welch ein tolles Angebot an herrlichen Crémants! Die (meisten) Luxemburger Winzer verstehen ihr Handwerk meisterlich und bieten komplexe Rosé-Crémants in zahlreichen Farbvariationen an, vom lachsfarbenen „Saignée“-Crémant bis zum gemaischten „roten“ Rosé! Wie im Vorjahr eine sehr gute Leistung! Die Likördosierung begann bei 6,70 Gramm beim trockensten Crémant und reichte bis 13,70 Gramm pro Liter. Bis 15 Gramm gilt ein Crémant als „Brut“.
Aperitif und Tisch-Crémants Kohll-LeuckCuvée brut Ein dunkelroter „Rosé“-Crémant mit ausgeprägten Erdbeeraromen, viel Power und deshalb durchaus zu rotem Fleisch geeignet. Frucht und florale Aromen halten sich die Waage. Man darf iihn aber auch zu einem Erdbeerdessert trinken, wenn dieser nicht zu zuckerlastig ist, denn dieser Crémant hat die niedrigste „Dosage“ aller verkosteten Flaschen (6,70 Gramm).
Krier FrèresCrémant Pinot NoirDa waren die Verkoster sich einig wie sonst kaum: „schöne Finesse“, „schöne Eleganz“, „Das ist Wein!“, „Eleganz und Finesse“, „frisch, leicht, erfrischend“, „exzellent“: dieser lachsfarbene Crémant hat es in sich. Passt genau so gut als Aperitifwein wie zu kulinarischen Kreationen, er ist fruchtig, floral und sehr lange anhaltend. Dabei wirkt er trocken (7,90 Gramm Zucker) und gar nicht „overdone“. Gastronomischer Vorschlag: Spargel mit Mousseline-Soße und rosa Grapefruit.
Caves Saint-MartinCrémant Rosé brutAuch ein sehr feiner Rosé-Crémant, laut den Verkostern ähnlich im Stil wie der Krier Frères, was nicht unwesentlich auf den gemeinsamen Winemaker Arno Bauer zurückzuführen ist. Auch harmonisch und elegant, aber weniger opulent wirkend und deshalb besonders als Aperitifwein zu empfehlen. Die Verkoster fanden ihn „typisch luxemburgisch“ in seinem Ausdruck.
Schlink-HoffeldBulles en roseVerspielt, mineralisch und frisch, ein relativ trocken wirkender Crémant mit Wucht und Spritzigkeit. Satte Farbe, ausgewogen und mit sicherem Stil. Passt als Aperitif- und als Tischwein, zum Beispiel zu gegrilltem Gemüsemix mit getrockneten Tomaten und Oliven.
Mme Aly DuhrCrémant roséDas ist ein Aperitifwein par excellence, notierten die Verkoster. Geschmeidiger, cremiger, floraler Crémant, der vielleicht wegen des sehr reifen Lesegutes milder wirkt als er tatsächlich ist (Likörgehalt: 8,40 Gramm). Mosel-typisch, mit langem elegantem Fruchtfinale.
Schumacher-LethalCrémant rosé brutReifes, fast überreifes Lesegut; helles Erdbeerrot, aber ein tanninreicher Crémant, der Luft braucht, um sich voll zu entfalten. Opulent und stoffig; Toffee-und Haselnussaromen, weinig und Mosel-typisch, aber doch laut den Verkostern besonders als Aperitif-Crémant zu empfehlen.
Krier-Welbes Pinot noir brutDieser eher hellfarbige Crémant macht Appetit und passt zu Blätterteig-Entrées sowie zu feinen Zubereitungen wie Garnelensalat und grünen Spargel. Finesse und Eleganz zeichnen diesen Crémant demnach aus, ebenso wie die gute Schaumigkeit, feine Gewürznuancen und ein insgesamt gutes Fruchtrückgrat.
Alice HartmannBrut RoséTiefe Lachsfarbe mit Himbeer-Nuancen; Barrique-betont aber dieser Eindruck ist nicht störend: opulenter Crémant, den Mund füllend, viel Power und Frucht, lange im Abgang. Ein gastronomischer, hochwertiger, Crémant, der die Gäste schon als Aperitifwein beeindrucken kann.
Ley-SchartzCrémant rosé brutEin ganz typischer Luxemburger Aperitif-Crémant, „Flamingo-rosa“, wie eine Verkosterin schreibt. Nicht so kraftvoll wie andere in dieser Serie, dafür aber schön mineralisch und sehr fruchtig. Leichte erdige Noten („sous-bois“), insgesamt aber vor allem mit Aromen nach Himbeere und Fruchtbonbon. Mit 12 Gramm Likörzucker dosiert; trinkt sich sehr gut.
Bernard-MassardCuvée de l’EcussonEin kommerziell ausgerichteter Rosé-Mousseux von tiefer Farbe, mit reifem Fruchtgeschmack und leicht süßlichen Noten. Passt auch zur asiatischen Küche oder zu kräftigen Barbecue-Soßen.
Bernard-MassardSélection Rosé brutAuch ein ausgesprochener Aperitif-Schaumwein, dicht und fruchtig, auch mit schönen blumigen Aromen. Zu Beginn in der Nase etwas gestört (möglicherweise rezent „degorgiert“), aber nach einiger Zeit öffnet sich der Wein und gefällt dann durch seine Ausgewogenheit und seine fruchtigen Granatapfel-Noten. Eine Verkosterin schlägt einen Nachtisch mit Kirschensorbet und schwarzer Schokolade vor.
DesomBrut roséDer am höchsten dosierte Crémant der Serie (13,70 Gramm!) wirkt aber nicht wirklich süß, sondern eher cremig-fruchtig. Rechst spritzig für diesen „unmineralischen“ Stil, mit reifen Beerenaromen und einer zarten Sauvignon-Note. Eignet sich vor allem zum Aperitif, aber empfohlen wird u. a. auch ein „Carpaccio von roten Zwiebeln“!
Gastronomische Crémants Schmit-FohlCrémant roséDieser Rosé ist eigentlich keiner: Die Farbe ist tiefrot, der Stil rotweinig, mit viel Power und deutlichen Tanninen. Trinkt sich eher wie ein Bouzy aus der Champagne. Dementsprechend sollte man ihn auch zu einer satten „Côte à l’os grillée“ trinken.
Domaines de VinsmoselleSpirit of SchengenAuch ein schwergewichtiger Crémant, vollreif und mit Aromen nach Blutorange und rosa Grapefruit. Sehr weinig, deshalb vor allem ein Crémant, der als Rotwein-Pendant Bestand hat. Cremiges Finale.
Zum Aperitif, zu Tisch und… zum Dessert! Mathes Crémant roséNur 6,90 Gramm Restzucker und dennoch ein Crémant zum Dessert? Wenn dieses Dessert Schokolade oder Himbeeren enthält, dann schon. Der druckvolle Crémant eignet sich laut den Verkostern aber vor allem als Aperitifwein, zu kleinen Käsegratins und Tapenade.
Krier-BiseniusCrémant Pinot noir roséTieffarben, sehr opulent und kraftvoll, ein einnehmender Wein mit viel Frucht und Schmelz. Leichte Barrique-Noten, die dem Crémant aber insgesamt gut stehen, denn die Frucht und Kernigkeit bleiben erhalten. Beeindruckendes Finale. Dieser Wein passt zum Aperitif, zum Essen und auch zu einem Nachtisch mit roten und schwarzen Beeren.
Domaines de VinsmoselleCrémant Shanghai 2010 Pinot noirNein, diese Cuvée stammt natürlich nicht aus dem Jahrgang 2010, der noch nicht einmal blüht. Diese Cuvée wurde speziell für die Weltausstellung in Shanghai produziert, ist aber nicht nur auf das chinesische Gusto angestimmt: Wenig komplex, insgesamt aber harmonisches Zucker-Säure-Spiel, ein Wein, der zu asiatischer Küche passt, aber auch als Aperitifwein und zu Fruchtdesserts.
Domaines de VinsmoselleCuvée Pinot NoirWeinig, schmeckt wie ein fruchtiger Pinot-noir-Stillwein, allerdings mit deutlich mehr Restzuckergehalt (12,20 Gramm). Er kann Fans solcher rotfarbigen, eher schwerblütigen Crémants gefallen, eignet sich vor allem zum Essen aber auch, wie andere Rosé-Crémants, zu Nachtischen mit Früchten.