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Caves Desom, Jahrgang 2009


Erste Verkostung, 29. April 2010

Oe = Mostgewicht in Oechsle
RZ = Restzucker im Wein (Gramm pro Liter)
S = Säure im Wein (Gramm pro Liter)
% = Alkoholvolumen in Prozent.


Rivaner Remich Primerberg
10,5 RZ, 6,4 S, 11,5 %
Toller Wein, floral und eine sehr schöne Frucht; Bergamotte; Kohlensäure – gutes Sauerstoffmanagement; leichte Maische. Muskat; super Einstieg.

Auxerrois Remich Primerberg
10,4 RZ, 5,8 S, 12,3 %
Ananasnoten, Kiwi; schöne burgundische Note, Tannine sehr reif, schmeckt nach der Traubenfrucht; stammt aus alten Reben (30 Jahre); fruchtig-gastronomisch. Passt zum Gratin, zu Parmesan.

Pinot blanc Remich Primerberg
9,2 RZ, 7,8 S, 12,2 %
Leichte Himbeernoten, Bananen, gute Mineralität; kernige Frucht, burgundisch, fett ohne opulent zu sein, Pfefferminzaromen, langer mineralischer Abgang mit Veilchen-Touch.

Pinot blanc Wintrange Felsberg
11,5 RZ, 7,4 S, 12,3 %
Typische Felsberg-Aromen, floral, mineralisch, aber nicht für Pinot-Puristen eine Empfehlung. Abgang sehr dicht, mit fleischiger Frucht; viel Druck, die Säure ist sehr schön eingebunden.

Riesling Remicher Primerberg
8,8 RZ, 7,1 S, 12,5 %
Papaya, exotische Noten, Himbeere und Walderdbeere. Fein-fruchtiger Riesling, der schon jetzt Spaß macht. Ein Wein, der sich recht gut entwickeln wird.

Riesling Schwebsingen Kolteschberg
9,3 RZ, 6,9 S, 12,5 %
Nussige Noten, konzentrierte Aromen, vielschichtiger als der Primerberg. Ein paar Jahre nach der Neuanpflanzung (3. Ernte) ein schon sehr typischer Kolteschberg; herrliche Fruchtkonzentration, unglaublich langer Abgang. Ein beeindruckender Wein!

Riesling Wormeldange Wousselt
10,5 RZ, 6,6 S, 12,4 %.
Pfeffrig-mineralische Noten, absolut typisch. Tiefgründig und pur, Minzenaromen, erdige Mineralität.

Riesling Wormeldange Koeppchen
9,3 RZ, 7,6 S, 12,6 %.
Typizität auch hier, umwerfende Würze! Koeppchen pur. Würzig wie kein Riesling aus einer anderen Lage. Toller Einstieg, super Säure, herrlich würzige Aromatik. Sehr langlebig.

Pinot gris Primerberg
94 Oe, 8,9 RZ, 6,8 S, 12,9 %
Noch leicht verschlossen, aber exotische Aromen, pfeffrig; man muss ihm noch Zeit geben. Gastronomischer Pinot gris, wird sich in der Zeit sehr gut entwickeln!

Pinot gris Kolteschberg
100 Oe, 11,0 RZ, 6,6 S, 13,3 %
Botrytis, Akazienhonig; im Mund die in diesem Jahr manchmal auftretende Sémillon-Affinität. Herrliche Säure, die sehr gut zum Ensemble passt, hoher Extrakt, wird also auch beim Pinot gris ein Knaller..

Pinot gris Wellenstein Foulschette
99 Oe, 10,8 Z, 6,3 S, 13,1 %.
Exotische Noten, frischer Pfeffer, im Mund auch sehr würzig; schmantig, den Mund füllend. Ein Grauburgunder mit viel Spiel und wunderbarer Länge.

Pinot gris Stadtbredimus Dieffert
12,8 RZ, 6,3 S, 13 %
Terroir-typisch, Süßholznote, mineralisch, Silex-betont; etwas Räucherton. Leichte Jodnoten, wird sehr gut gefallen. Schöner mineralischer Abgang. Mineralität und Länge ohne süß zu wirken.

Chardonnay
92 Oe, 2,5 RZ, 5,3 S, 12,8 %
Barrique-Ausbau (100 Prozent neue Fässer), wöchentlicher «bâtonnage». Kaffee-Noten, exzellente Reife. Muss man sehr lange aufbewahren.

Pinot noir Rosé
91 Oe, 5,1 Z, 5,4 S, 12,9 %
Rosa Grapefruit, Granatapfel, vom Typ her ein «Provence»-Rosé. Gutes Produkt, ein Terrassenwein. Gastronomisch.

Gewürztraminer Enschberg
105 Oe, 25 RZ, 6 S, 13,3 % 
Frische Säure und florale Aromen, stoffig, ein „moelleux“, der aber nicht zu breit wirkt. Wird den traminerfans gefallen.

Crémant Desom brut
Assemblage aus Pinot blanc, Riesling und Auxerrois. Haselnussnoten, schöner Apéritif-Riesling. Cremig und mineralisch.

Desom millésimé brut 2005
Halb Riesling und halb Pinot blanc: ein erstaunlich frisch gebliebener Crémant aus dem sehr guten Jahrgang 2005, hat kaum Schwefel gesehen, ein sher gutes Produkt.

Crémant rosé
2008er Cuvée: Röstnoten, cremig, ein Terrassen-Crémant für sonnige Tage. Passt auch zum Essen.



Caves Desom
Neues Etikett für den Top-Jahrgang


Georges Desom und sein Bruder Albert arbeiten zwar noch immer im Familienbetrieb, aber seit 2005 überlassen sie die Vinifikation der Weine mehr und mehr der jungen Generation. Alberts Sohn Marc, der in der Schweiz studiert hat und wie die Eidgenossen sehr viel Wert auf die Eigenarten der Lagen und Sorten legt, verbindet den ureigenen, fruchtig-frischen Stil des Hauses mit den Erkenntnissen moderner Weinherstellung. Es scheint, dass Georges sehr angetan von der Arbeit seines Neffen ist, denn bei der Verkostung der 2009-er Weine des Hauses waren nicht nur die Weine, sondern auch die Diskussionen über sie überaus harmonisch.

Kein Wunder, denn die Caves Desom gehören zu jenen Häusern, die den Jahrgang 2009 generell gut und stilsicher gemanagt haben.

Angefangen beim tollen Rivaner, über einen gatronomischen Auxerrois Primerberg und einen burgundischen (Primerberg) und fleischig-kernigen (Felsberg) Pinot blanc, bis zu beeindruckenden Riesling- und Pinot-gris-Serien mit vier verschiedenen Weinen, die überaus lagentypisch dekliniert werden: ein voller Erfolg. Verkosten sollte man auch den facettenreichen Gewürztraminer, den knackigen Chardonnay, den Provence-ähnlichen Rosé sowie die Crémant-Cuvées Desom brut und Millésimé brut 2005 (noch sehr frisch!). Und der Charta-Schengen-Riesling aus dem Jahr 2008 entwickelt sich prächtig!





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