... die Notmuttergottes schwarz ist

| Sie ist schon etwas Besonderes, die Marienstatue in der linken Seitenkapelle der Kirche Sankt Johann in Stadtgrund. Denn sie ist anders als die sonstigen Darstellungen der Gottesmutter mit Kind, die die Kirchen und Kapellen des Landes schmücken. Die Notmuttergottes ist schwarz, ein Umstand, der Rätsel aufgibt, zumal die Herkunft der Statue sich im Dunkel der Geschichte verliert.
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So vermutet ein Chronist, die Statue aus dem 14. Jahrhundert, die als
Meisterwerk der Holzschnitzerei gilt, sei zur Zeit der Kreuzzüge aus
dem Orient nach Luxemburg gelangt. Daher rühre auch der Beiname
„Ägyptische Muttergottes“. An anderer Stelle ist zu lesen, die Schwarze Notmuttergottes, die
bereits in der einstigen Franziskanerkirche auf dem „Knuedler“ als
„Mater Die et Stella Coeli“, als „Mutter Gottes und Stern des Himmels“,
verehrt wurde, verrate den Einfluss Kölner Holzschnitzkunst aus der
Parler-Zeit um 1400. In vergangenen Jahrhunderten wurde sie als
Helferin gegen den Schwarzen Tod, die Pest, angerufen, was auch
erklären würde, warum Gesicht und Hände von Mutter und Kind
eingeschwärzt sind. Auch wenn das Schreckgespenst der Pest längst
gebannt ist, bleibt die Verehrung der Schwarzen Notmuttergottes
ungebrochen. In der Fastenzeit erweisen ihr nach wie vor die Pilger
jeden Freitag die Ehre.
Anne Schmit