... der „fetten Donneschdeg“ die Fastnacht einläutet

| Die
Deutschen haben ihre Weiberfastnacht, die Luxemburger (wie übrigens
auch die Saarländer) ihren „fetten Donneschdeg“. Der Name geht weit in
die Brauchtumsgeschichte Luxemburgs zurück. Bis etwa 1830
veranstalteten die Metzger der Hauptstadt an diesem Tag einen Umzug
durch die Straßen der Stadt. Der Umzug wurde von mehreren fetten
Ochsen, den Fastnachtsochsen, angeführt. |
Diese „Danzenochsen“ waren mit
Bändern geschmückt und trugen eine
goldene Papierkrone. Ihnen folgten die Metzger in Festtagskleidung,
während die Metzgergesellen in ihren Harlekinskostümen um den Festumzug
herumsprangen. In den Wirtshäusern und Metzgerläden wurde Einkehr
gehalten. Abends fand dann „Ënnert de Stäiler“ ein großer Ball statt.
Auch in anderen Ortschaften der Region wurde an diesem Tag ein mit
bunten Bändern und Blumensträußen geschmückter Ochse durch die Straßen
geführt. Irgendwann schlief dieser Brauch ein und die Metzger begnügten
sich damit, am „fetten Donneschdeg“ einen prächtigen Ochsen vor ihrer
Tür stehen zu haben. Heute erinnert nur noch der Name an die alte
Tradition. Getanzt, gefeiert und gelacht wird an diesem Tag aber immer
noch. Denn am „fetten Donneschdeg“ fällt der Startschuss für das bunte
Fastnachtstreiben, das ja in Luxemburg bekanntlich nicht mit dem
Aschermittwoch endet.