... es „Verluerekascht“ heißt

| An Ortsnamen, die ihren Ursprung dem Volksmund verdanken, knüpft sich
in der Regel immer eine Geschichte. Das ist beim hauptstädtischen
„Verluerekascht“ nicht anders. Dieser soll – so will es die Sage –
seinen Namen dem Missgeschick einer Essensträgerin verdanken. Die gute
Frau rutschte unterwegs auf dem glitschigen Pfad aus. Der Essenstopf, den sie bei sich trug, entglitt ihr und entleerte sich auf dem schlammigen Boden. |
Die Kost war verloren, und die Stätte des Unglücks hatte ihren Namen weg: Verlorenkost. Plausibler erscheint allerdings eine andere Erklärung, die auf die Vergangenheit der Stadt Luxemburg als Festung verweist: Als „Verloren Cost“ bezeichnete man einst ein Festungswerk, das das der Hauptverteidigungslinie vorgelagert war und den ersten Ansturm feindlicher Truppen abwehren sollte. Konnten die Verteidiger diesen vorgelagerten Wachturm nicht halten, zogen sie sich hinter die Hauptlinie zurück und gaben das Festungswerk verloren. Die Stadt Luxemburg war übrigens nicht die einzige mit einem solchen „Verlorenkost“. Auch in Brüssel, Antwerpen, Hasselt, Amsterdam und an anderen Orten gab es derartige Vorwerke gleichen Namens.
Anne Schmit