Edle Mosel-Tropfen Eine Télécran-Jury verkostete im Oktober 123 Luxemburger Weine und Crémants. Nach der harten Prüfung belegen besonders gute, konzentrierte und harmonische Crus die Spitzenplätze. Die allerbesten werden am 29. Januar 2010 beim traditionellen Télécran-Dinner im Casino 2000 in Mondorf kredenzt. Seit 2006 veranstaltet Télécran einmal im Jahr eine Verkostungsmarathon im Remicher Weinbauinstitut: Eine Jury aus Sommeliers, Önologen, Winzern und Journalisten seziert dabei Stillweine, Crémants, Spezialcuvées und Likörweine von Luxemburger Privatwinzern, Genossenschaftskellereien und Weinhändlern.
Nur zwei Stillweine und einen Crémant bzw. einen Spezialwein dürfen die Winzer zur Probe anstellen. Mehr wird nicht angenommen – die Crus sollten in der jeweiligen Qualitätspyramide ganz oben stehen! Alle Weine werden selbstverständlich blind verkostet – die Juroren wissen nicht einmal, aus welchem Jahrgang die Weine und Crémants stammen!
Gesucht: Konzentration und Harmonie. Nur einige Rebsorten wie Riesling oder Gewürztraminer werden den Juroren mitgeteilt, nicht aber bei den Likörweinen und den Rotweinen. Und auch nicht bei den weißen Burgundersorten Pinot blanc, Auxerrois und Pinot gris – denn diese wurden erstmals in gemischten Serien verkostet, was selbst für geübte Prüfer eine große Herausforderung war… und auf jeden Fall eine interessante Erfahrung!
Insgesamt konnten die Juroren 50 Punkte vergeben: für den Duft, den Geschmack, die Harmonie, die Finesse und den Nachhall („persistance“). Crus, die es den Juroren besonders angetan hatten, konnten als „coup de coeur“ und auf diese Weise mit einem weiteren Punkt ausgezeichnet werden.
Besonders wichtig war – bei einem feinen, trockenen Cru ebenso wie bei einem mächtigen Likörwein – das harmonische Gleichgewicht zwischen den Komponenten, denn schließlich sollten sich die Weine für das große Télécran-Dinner empfehlen, das am 29. Januar 2010 im Casino 2000 in Mondorf stattfindet.
Die Weine und Crémants wurden an zwei Tagen verkostet. In der Vorrunde am 27. Oktober filterten die Juroren unter den 123 Proben jene besonders guten Weine heraus, die zwei Tage später gegeneinander antreten sollten. Das Niveau war bereits in der Vorrunde sehr hoch, denn ausnahmslos alle 66 Weine, die es ins Finale schafften, hatten mehr als zwei Drittel der möglichen Punkte erhalten! Am 29. Oktober mussten die „Finalisten“ sich einer neuen Jury stellen (nur zwei Juroren nahmen an beiden Runden teil), die noch strenger vorging und eventuelle Fehler oder Disharmonien mit einem Punkteabzug ahndete. Eine harte Prüfung demnach, die die allermeisten Weine aber ausgezeichnet bestanden.
Eine Spätlese auf dem ersten Rang. Doch am Ende kann es nur einen Sieger geben… und der stammt diesmal aus dem Wintringer Felsberg: Frank Schumacher vom Domaine Schumacher-Knepper, seit der ersten Ausgabe ein Dauergast beim alljährlichen Télécran-Dinner, hat die Jury mit seiner Riesling-Spätlese 2007 begeistert: ein echter Riesling-Nektar, hochkonzentriert, mit marmeladigen Fruchtaromen aber einem grandiosen Säurespiel, ungemein würzig und lang anhaltend. Welch ein Potenzial!
Die nächsten Plätze belegen zwei „trocken“ ausgebaute Rieslinge aus der Lage Koeppchen: Armand Schmit-Fohl aus Ahn begeisterte die Jury mit seinem 2008er Wormeldange Koeppchen, einem filigranen, puren Riesling aus diesem Super-Terroir, das man auch in Blindverkostungen erkennen kann – Schmit nimmt damit zum zweiten Mal an einem Télécran-Dinner teil. Platz drei belegt (praktisch ex aequo) ein Nachbar und auch ein guter Bekannter: der Riesling 2008 Koeppchen „Les Terrasses“ vom Domaine Alice Hartmann: opulent, würzig, rassig, ein hochinteressantes Pendant zu Armand Schmits elegantem Cru.
Die Juroren vergaben diesen drei Weinen mehr als 240 Punkte (die Spätlese erhielt 258 Punkte!) und auch mindestens ein „coup de coeur“. Mehr als 230 Punkte (von 300 möglichen) und weitere Bonuspunkte erhielten die Weine auf den Plätzen vier bis sechs: Die wunderbare Gewürztraminer-Spätlese Ahn Goellebour 2008 des Weingutes Steinmetz-Jungers aus Ahn, das Télécran erstmals bei seinem Dinner in Mondorf begrüßen wird.
Zum ersten Mal dabei ist auch das Domaine L. & R. Kox aus Remich, das sich mit dem brillanten, trocken gehaltenen Gewürztraminer 2008 Bech-Maacher Fusslach, einem Charta-Wein der Privatwinzer, empfiehlt. Und auf genau 230 Punkte brachte es Frank Keyser vom Domaine Kohll-Reuland aus Ehnen mit seinem beeindruckend tiefen Auxerrois 2008 Sélection Ehner Kelterberg.
Unter den besten 14 Crus, die am 29. Januar 2010 in Mondorf serviert werden, befinden sich drei Crémants (Vinsmoselle, Pundel-Hoffeld, Cep d’Or), zwei Pinots Gris (Kohll-Leuck, Gales), ein Riesling (Mme Aly Duhr et fils), ein Gewürztraminer (Domaine Thill) und ein Pinot Blanc (Domaine Krier-Welbes).