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  • LITERARISCH
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IN DEN GRÄBEN DER GESCHICHTE
DER SCHRIFTSTELLER ERNST JÜNGER
Magazin
Regie: Falko Korth.
Der Schriftsteller Ernst Jünger gilt als einer der umstrittensten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Noch immer scheiden sich an ihm die Geister. Die einen sehen in dem antiliberalen und antidemokratischen Jünger der Weimarer Republik einen geistigen Wegbereiter des Nationalsozialismus, andere sehen in ihm den brillanten Zeitzeugen, den genialen Stilisten. Wer war Ernst Jünger?
Ernst Jünger - ein Jahrhundertautor? Für seinen Lebensweg zwischen «Stahlgewittern» und ästhetischem Außenseitertum hat er leidenschaftliche Bewunderung wie Verachtung erfahren. Politische Repräsentanten wie Helmut Kohl und François Mitterand gaben sich bei ihm die Klinke in die Hand. Sie bewunderten im Hochbetagten den «Zeugen des 20. Jahrhunderts» - und blickten darüber hinweg, dass er den Krieg als Bewährungsprobe und Daseinsgleichnis verstand. Bis heute verbindet sich mit Jünger das Bild vom Nationalisten und Demokratieverächter, seine radikalen, antiliberalen Schriften aus der Zeit der Weimarer Republik werden von den extremen Rechten wieder zitiert. Zugleich gilt Jünger als Autor ästhetisch brillanter Schriften, der viele Künstler inspiriert. Wer war Ernst Jünger? Was hat ihn geprägt? Warum lohnt der Blick auf die Biografie eines Mannes, dessen Leben so eng verknüpft war mit der deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts? Regisseur Falko Korth zeichnet in seinem Film nüchtern und unpathetisch anhand von historischen Bildern und Interviewdokumenten wichtige Lebensstationen der schwierigen Jahrhundertgestalt nach. Zugleich lässt er jene zu Wort kommen, die sich mit Jünger immer wieder beschäftigt und auseinandergesetzt haben, so die Biografen Helmuth Kiesel und Heimo Schwilk, den Historiker Volker Weiß, die Literaturkritikerin Iris Radisch oder den Maler Neo Rauch. Der Film zeigt, dass eine Beschäftigung mit Jünger zugleich ein Blick in die jüngere deutsche Geschichte mit allen ihren Abgründen ist. Dazu der Soziologe Armin Nassehi: «Ich meine, wir haben doch ein merkwürdiges Verhältnis zu Ernst Jünger, weil wir auch so ein merkwürdiges Verhältnis zu unserer eigenen Geschichte haben.»
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